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EU-Abgeordneter stellt sich den Sorgen junger Mensche

von Fremdeninfo 15 Mai 2026
von Fremdeninfo 15 Mai 2026
ach der Diskussionsrunde haben die Schüler auch ein öffentliches Zeichen für Europa am Markt gesetzt. ⇥Foto: Franka Büddicker © Franka Büddicker
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Artikel von Kira Lückge / RP-Online

 

Erkelenz. In Erkelenz gibt es drei Europaschulen, die sich am vergangenen Mittwoch einem gemeinsamen Europa-Event widmeten. Zu Gast war Daniel Freund, Mitglied des Europäischen Parlaments, der in einer Diskussionsrunde Fragen zu Migrations-, Klima- und Außenpolitik beantwortete.

Herr Freund, wie steht es um die EU? Viele junge Menschen machen sich Sorgen um ihre Zukunft und um die Zukunft der EU. Eine neue Studie zeigt, dass der Euroskeptizismus auch in der Bundesrepublik steigt – nur noch 48 Prozent der deutschen Bürgerinnen und Bürger glauben, dass die Europäische Union in unsicheren Zeiten Schutz und Stabilität bietet, das Image des Staatenverbundes leidet unter Konflikten und politischer Instabilität. Die Schülerinnen und Schüler der drei Erkelenzer Europaschulen beschäftigten sich in den vergangenen Wochen intensiv mit Europa, damit, was es bedeutet, Mitglied eines Staatenverbundes zu sein und damit, wie sehr auch die EU mit immerwährenden globalen Krisen zu kämpfen hat. Ihren Fragen stellte sich am Mittwochmorgen der EU-Parlaments-Abgeordnete Daniel Freund. Auf Punkt eins der Themen, die die Schülerinnen und Schüler zuvor im Unterricht erarbeitet hatten, standen das Thema Migration und die Frage, ob Menschen, die Schutz suchen, an den EU-Grenzen abgewiesen werden dürfen sollen.

Für Daniel Freund ist klar, das betonte er, dass die EU für Menschen, die vor Krieg fliehen, eine gewisse Verantwortung habe: „Wir müssen Menschen, die vor Krieg hierher flüchten Schutz gewähren“, betonte der Grünen-Politiker. Für ihn sei es allerdings wichtig, dass Zuwanderung kontrolliert werde: „Es muss ordentlich kontrolliert werden, wer da kommt“, erklärte er in der Erkelenzer Leonhardskapelle. Dabei sollten alle EU-Länder eine gemeinsame Verantwortung für die Außengrenzen übernehmen.

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Ein weiteres Thema für die Schülerinnen und Schüler war der zunehmende Rechtsextremismus und die Radikalisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Warum sich so viele junge Menschen von radikalen Gruppierungen angezogen fühlen und was die Politik dagegen unternimmt, fragte ein junger Schüler während der Diskussionsrunde. Für Daniel Freund sind dafür besonders politische Krisen Auslöser – in unsicheren Zeiten, in denen die Menschen sich kaum noch Wohnraum leisten können und mit den Auswirkungen der Inflation zu kämpfen haben, sei es für viele mündige Bürgerinnen und Bürger der einfachste Weg, einen Sündenbock zu suchen. Er sieht die Pflicht bei den demokratischen Kräften: „Wir als Demokraten müssen es schaffen genügend Menschen zu überzeugen“, betonte er. Und auch die sozialen Medien spielen hierbei eine Rolle: Sogenannte ‚Bubbles‘, also Filterblasen zeigen auf den sozialen Medien personalisierte Ergebnisse für Nutzerinnen und Nutzer an. Dadurch, so Freund, werde man kaum noch mit anderen Meinungen konfrontiert. Den Onlineverbrauch junger Menschen unter 16 Jahren sieht der Politiker kritisch: „Wir sehen zunehmend, dass die sozialen Medien und der Onlineverbrauch insbesondere für Kinder schädlich ist“, betonte der Politiker, der eine Alterskontrolle auf den sozialen Medien für sinnvoll, allerdings nur schwer umsetzbar hält.

Wichtig für die jungen Schülerinnen und Schüler waren zudem das Thema Klimawandel und die Frage, ob mit der Klimapolitik, die EU-Staaten betreiben, die Klimaziele bis 20250 überhaupt noch erreicht werden können. Daniel Freund äußerte sich kritisch: „Im Moment geht das alles nicht schnell genug“, betonte der Politiker. „Extremwetterereignisse werden am Ende große Schäden verursachen und ich glaube, dass wir uns das nicht leisten können“, fuhr der Grünen-Politiker fort.

Der Austausch zwischen jungen, politikinteressierten Schülern und dem EU-Abgeordneten zeigt, wie wichtig vielen jungen Menschen die Zukunft Europas ist. Für die Schülerinnen und Schüler bot die Diskussionsrunde damit nicht nur Antworten, sondern auch die Möglichkeit, ihre eigenen Sorgen und Erwartungen an die Politik offen anzusprechen.

Im Anschluss der Diskussionsrunde zog es die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler noch auf den Erkelenzer Marktplatz. Dort brachten sie die vorab diskutierten Themen auf die Bühne und zeigten anhand von einstudierten Performances, wie vielfältig, aber auch herausfordernd das aktuelle europäische Zeitgeschehen sein kann.

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