Von: Mehmet Tanli / Rüsdü Yildirim
Der Tag der Arbeit und der Solidarität wurde in vielen Städten Deutschlands gefeiert. Unter dem Motto „Zuerst unsere Arbeitsplätze, dann eure Gewinne!“ nahmen bundesweit mehr als 360.000 Menschen an den Veranstaltungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) teil, der 5,4 Millionen Mitglieder vertritt. Sie demonstrierten für gute Arbeit, sichere Arbeitsplätze und soziale Sicherheit.
Massive Beteiligung an den Feierlichkeiten in Berlin
Die Maifeierlichkeiten in der Hauptstadt Berlin begannen mit einem vom DGB organisierten Demonstrationszug am Strausberger Platz. An dem Marsch nahmen unter anderem der der DIDF angehörige „Berliner Arbeiter- und Jugendverein“ sowie zahlreiche politische Parteien und Migrantenverbände teil. Die zentrale Kundgebung in Berlin fand erneut in Kreuzberg am Oranienplatz statt, an der 50.000 Menschen teilnahmen. Begleitet wurde der Tag von Straßenfesten, Partys und Konzerten. Der 1. Mai ist in Berlin traditionell ein ereignisreicher Tag. Während Kreuzberg das Zentrum der „Tag der Arbeit“-Feierlichkeiten bildet, wird der Tag stadtweit mit Veranstaltungen für die ganze Familie begangen.
In Berlin fanden die wohl bestbesuchten Maikundgebungen und Demonstrationen der letzten Jahre statt. Zehntausende Arbeiter, Angestellte und Jugendliche nahmen teil. Die hohe Beteiligung war auch ein Ausdruck der Wut über die Angriffspläne der Merz-Regierung (CDU). An dem um 11:00 Uhr begonnenen Marsch der DGB-Gewerkschaften nahmen fast 15.000 Werktätige teil, darunter ein Großteil junge Menschen. In den Reden wurde zur Verteidigung des 8-Stunden-Tages, zum Stopp von Entlassungen, zur Begrenzung von Mietsteigerungen angesichts der Wohnungsnot und zum Kampf gegen Kürzungen im Gesundheitswesen aufgerufen.
An der „Revolutionären 1. Mai-Demonstration“, die um 18:00 Uhr im Bezirk Kreuzberg stattfand, beteiligten sich ebenfalls Zehntausende. Die meistgerufene Parole während des Zuges war „Hoch die internationale Solidarität!“. Ein Anwohner kommentierte: „Einen so vollen 1. Mai gab es bisher noch nie.“
Feierlichkeiten im Kulturzentrum Omayra fortgesetzt
Nach der Demonstration gingen die Aktivitäten im Berliner Kulturzentrum Omayra mit einer Grillparty und Musik im Gebäude und Garten weiter. Kamer Arslan, Vorstandsmitglied der Föderation DIDF und Leiter des Berliner Arbeiter- und Studentenvereins, äußerte sich in den Vereinsräumen des Omayra-Zentrums zum 1. Mai: „Uns steht eine politisch sehr schwierige Phase bevor. Um Angriffe auf die Rechte der Arbeitnehmer, soziale Ausgrenzung, Armut, die Wohnungsnot und Diskriminierung in Deutschland zu verhindern, muss jeder Verantwortung übernehmen und eine politische Haltung zeigen.“
Migrantenvereine prägten das Bild in den Großstädten
Außer in Berlin fanden auch in wichtigen Städten wie Köln, Hamm, Duisburg, Dortmund, Bielefeld und Münster Kundgebungen statt, an denen sich Alevitische Kulturzentren und verschiedene Migranten-Kulturvereine beteiligten. Die Feiern begannen meist zentral und wurden später in den Vereinsgebäuden fortgesetzt.
In Hamm fand die Feier auf dem Martin-Luther-Platz statt. Der Hammer Oberbürgermeister Marc Herter sowie die Bundestags- und Landtagsabgeordneten Michael Thews und Justus Moor besuchten den Stand des Alevitischen Kulturzentrums Hamm, um ihre Unterstützung zu zeigen, und machten Erinnerungsfotos mit Vereinsmitgliedern und dem Vorstand.
Während der 1. Mai als Tag der Arbeit und Solidarität in Deutschland in einer fast karnevalsähnlichen Atmosphäre gefeiert wurde, trafen diejenigen, die den 1. Mai in der Türkei feiern wollten, auf Barrikaden, Tränengas und Polizeigewalt. Leider führte die fast schon legendäre Angst vor dem historischen Taksim-Platz dazu, dass der Gouverneur quasi den Ausnahmezustand ausrief. Unser Wunsch ist es natürlich, dass die Parolen der Arbeiter eines Tages wieder auf der İstiklal-Straße und dem Taksim-Platz widerhallen…
Ein Gruß an alle, die in Fabriken, auf Feldern, in Büros und überall dort arbeiten und produzieren, wo es Arbeit gibt…
Jede Hoffnung, die durch Arbeit am 1. Mai wächst, macht das Morgen heller.
Der Tag derer, die gemeinsam produzieren: Alles Gute zum 1. Mai, dem Feiertag der Arbeiter und Werktätigen.