• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Startseite Kultur

Frankfurt liest ein Buch: „Nicht ich bin Türkin, sondern meine Mutter“ Artikel von Claudia Schülke

von Fremdeninfo 26 April 2023
von Fremdeninfo 26 April 2023
205

Frankfurt liest ein Buch: „Nicht ich bin Türkin, sondern meine Mutter“

Artikel von Claudia Schülke

 

AD
 
 
 
 

Da stan

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ihr Debütroman „Streulicht“ wurde für das Projekt „Frankfurt liest ein Buch“ ausgewählt: Autorin Deniz Ohde © Marcus Kaufhold

 

 

er nun vor der Bühne und nahm den Applaus des Publikums entgegen. Vierzehn Mal hat Lothar Ruske für den Festivalverein und die zahlreichen einzelnen Veranstalter in Stadt und Umland das Programm von „Frankfurt liest ein Buch“ koordiniert, nun zieht er sich zurück. Hinter dem scheidenden Literaturvermittler saßen sechs Gäste auf dem Podium und warteten auf ihren Einsatz im großen, bis auf den letzten Platz besetzten Vortragssaal der Deutschen Nationalbibliothek: vier Deutsche mit Migrationshintergrund, unter ihnen Frankfurts designierter Oberbürgermeister Mike Josef (SPD), und zwei ohne. Sie sollten Passagen aus „Streulicht“ (Suhrkamp) lesen, dem für das diesjährige Lesefest ausgewählten Debütroman von Deniz Ohde, die neben ihrer Lektorin in der ersten Reihe der Dinge harrte.

Sie musste sich gedulden, denn vor der traditionellen Auftaktlesung mussten erst die Honoratioren ihre Grußworte vortragen. Gastgeberin Ute Schwens freute sich, dass „jedes Jahr ein neues Licht“ von ihrer Bibliothek aus auf Frankfurt geworfen werde: „Dieses Jahr ein Streulicht.“ Sonja Vandenrath, Literaturbeauftragte der Stadt, dankte vor allem Ruske: „Du warst das Herz des Lesefestes.“ Suhrkamp-Lektorin Martina Wunderer verwies darauf, dass nach „Ginster“ von Siegfried Kracauer und „Scheintod“ von Eva Demski nun schon der dritte Roman ihres Verlages auf dem Programm des Festivals stehe.

Die Erfüllung eines Traums

Endlich trat Josef ans Rednerpult und begann die Lese-Stafette mit einer kurzen Passage, die den Titel des Romans ausleuchtete: „Orangefarbenes Streulicht im Nachthimmel.“ Wer je mit der S-Bahn aus Wiesbaden kam, weiß, wie das aussieht und wo das ist. Dort, wo die 1988 in Frankfurt geborene Ohde aufgewachsen ist. In Sindlingen an der Frankfurter Peripherie ist der Industriepark Höchst nicht nur zu sehen, sondern auch zu riechen und als säuregesättigte Luft zu schmecken. Stress in der Atmosphäre, Stress beim Üben für einen potentiellen Chemieunfall in der Schule, wo das erzählende Ich gemobbt wird, weil es „eines von diesen Kellerkindern“ ist. Da hatte Josef schon an Tanja Brühl übergeben, Präsidentin der Technischen Universität Darmstadt.

„Nicht ich bin Türkin, sondern meine Mutter“, heißt es in der Passage, die die Journalistin Isabella Caldart vortrug. Geradezu groteske Züge nahm der Roman an, als Steffen Schwarz die Lesung fortsetzte, Lehrer an der Max-Beckmann-Schule, wo Ohde ihr Abitur gemacht hat. Hier erklärt das Ich, das „von hier“ ist, einem Durchreisenden am S-Bahnhof, wie der Fahrkartenautomat mit seinen Tarifzonen funktioniert. „Majestätisch, erhaben“ nennt der Fremde den Industriepark, und: „Sie sehen das wohl nicht so.“

Ohdes Roman erzählt von den Bildungschancen migrantischer Arbeiterkinder an der Peripherie der Großstadt. Deshalb kam mit Sarya Akdeniz auch eine Schülerin der Heinrich-von-Kleist-Schule aus Eschborn zu Wort. Sensible Einfühlung in die Konflikte zwischen den Eltern des erzählenden Ichs verriet die Passage der schwarzen Aktivistin und Tony-Sender-Preisträgerin Eleonore Wiedenroth-Coulibaly. Zuletzt ergriff Ohde das Wort. Ihr Wunschtraum habe sich erfüllt: „Ich bin ausgezogen, um Schriftstellerin zu werden.“

Schon 2011, als das Festival mit Wilhelm Genazinos „Abschaffel“ beworben wurde, habe sie gedacht: „Vielleicht eines Tages?“ Doch Genazino habe geschrieben, wer die Frankfurter Vororte beschreiben wolle, komme um Beleidigungen nicht herum. „Ich habe versucht, die eigentümliche Schönheit des Frankfurter Westens einzufangen, die Ästhetik eines Industrieparks“, sagte Ohde. Das ist ihr bravourös gelungen. Dieser Ort sei literarisch und nicht real: „Eine mythologische Landschaft, namenlos wie die Erzählerin.“ Was sie jetzt erlebe, übersteige ihre wildesten Träume.

Teilen FacebookTwitterWhatsappEmail
Fremdeninfo

Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

vorheriger Beitrag
Bundesbeauftragte Ataman sieht „Zeitenwende“ : Mehr Deutsche sehen Handlungsbedarf gegen Diskriminierung
nächster Beitrag
AfD-Jugendorganisation als rechtsextremistisch eingestufti

Ähnliche Beiträge

Deutsche erlebt Kulturschock in den Niederlanden: „Hier ist das ganz normal

27 August 2026

Lister Meiles neuer Döner-Gast: La Muro

10 August 2026

Eine kurze Reise durch die japanische Literatur

21 Juli 2026

27. Antirassistisches Festival in Athen

5 Juli 2026

Migrationssinfonie wird in der Ägäis aufgeführt

3 Juli 2026

Deniz Göktaş am Flughafen festgenommen

3 Juli 2026

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?

    28 April 2026
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Die anderen Parteien können nicht akzeptieren, dass Die Linke bei den Berliner Wahlen den ersten Platz belegt hat.

    1 Oktober 2026
  • Willkürrecht in Hannover

    30 September 2026
  • 27. September 2026: Mitglieder äußern sich zur Polizeirazzia im kurdischen Verein

    29 September 2026
  • Linke zeigt deutschen Innenminister an

    29 September 2026
  • Wüst äußert sich nach ungewöhnlichem Treffen mit Erdogan – und dankt türkischen Migranten

    29 September 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Riesen Ärger für Steinmeier wegen Döner – „Türkei-Bild von gestern“

25 April 2024

Neueste Artikel

Willkürrecht in Hannover
30 September 2026
27. September 2026: Mitglieder äußern sich zur Polizeirazzia im kurdischen Verein
29 September 2026
Linke zeigt deutschen Innenminister an
29 September 2026

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?
28 April 2026
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung