Von: Cumali Yagmur
Der syrische Präsident Ahmet Es Sara und die Regierungstruppen greifen die Kurden in Aleppo und Rojava brutal mit schweren Waffen an. Dieses Massaker an der wehrlosen kurdischen Zivilbevölkerung muss sofort gestoppt werden. Diese grausamen Angriffe auf die Kurden, die bereits während der Ära Assad begannen, haben nie aufgehört. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit ist das kurdische Volk in Syrien von der Gefahr eines Völkermords bedroht.
Die Türkei unterstützt die Angriffe der syrischen Regimekräfte faktisch und bildet diese Kräfte aus. Sie bereitet den Boden für einen Völkermord an den Kurden durch das Regime. Es ist eine enorme Heuchelei: Einerseits werden in der Türkei Komitees zur Lösung der kurdischen Frage eingerichtet und Kontakte zu Öcalan geknüpft, andererseits wird der Prozess seit einem Jahr hinausgezögert, anstatt konkrete Schritte zu unternehmen.
Wie lange kann die Türkei diese verlogene Politik noch glaubwürdig aufrechterhalten? Wird die Türkei, die in Syrien die Angriffe der Regierung und der IS-Banden auf die Kurden unterstützt, die kurdische Frage im eigenen Land wirklich lösen? Ich glaube nicht an diese unaufrichtige Politik und betone erneut, dass sie auf Lügen und Täuschung basiert.
Diese IS-Banden hatten in der Vergangenheit türkische Polizisten in Yalova ermordet. Heute ermorden sie Kurden, und die Türkei schaut tatenlos zu. Wie lange wird diese hässliche Politik noch andauern? Erst gestern hat der IS in Syrien gemeinsam mit der syrischen Regierung Aleviten massakriert.
Die Türkei versucht mit einer doppelzüngigen Politik weiterhin, die YPG als Terrororganisation darzustellen. Aus den Erklärungen des türkischen Außenministers Hakan Fidan ging bereits hervor, dass die Türkei darauf wartete, dass die Staatsmacht und der IS die Kurden in Syrien angreifen. Dieser Moment ist nun gekommen; die Türkei unterstützt faktisch das Massaker an den Kurden in Syrien.
Laut einer Erklärung des kurdischen Anführers Mazlum Abdi intensiviert Syrien seine Angriffe einerseits auf die kurdische Zivilbevölkerung und andererseits auf Einheiten der SDF (Demokratische Kräfte Syriens). Die europäische und die Weltöffentlichkeit dürfen zu diesem Völkermord an den Kurden nicht schweigen. Abdi sagte: ‚Dieses Massaker wird von der syrischen Regierung gemeinsam mit Banden gegen die Kurden verübt; man darf davor nicht die Augen verschließen.‘ Den Berichten zufolge lesen wir, dass bei diesen Angriffen viele Zivilisten getötet und zahlreiche Menschen verletzt wurden.
Dieser Völkermord und diese Grausamkeiten gegen die Kurden müssen umgehend beendet werden, und Ahmet Es Sara muss vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag vor Gericht gestellt werden.“
P.S Taner Akcam
Was der liebe Cuma meinte, muss wohl Aleppo sein. Werden die aktuellen Geschehnisse dort auf Rojava übergreifen? Eine solche Gefahr besteht potenziell. Aber es scheint sehr unwahrscheinlich, dass die USA zulassen werden, dass die vom Damaskus-Regime und der Türkei gemeinsam durchgeführte Operation zur ‚Säuberung Aleppos‘ auf Rojava eskaliert.
Vorerst dreht sich das Thema um die Achse östlich und westlich des Euphrats. Und es sieht so aus, als hätten die USA und Israel dies zugelassen. Aber es deutet alles darauf hin, dass sich das Geschehen zunehmend auch auf Gebiete wie Deir ez-Zor und Rakka ausweiten wird – Gebiete, in denen zwar keine Kurden leben, die sie aber kontrollieren. Die Kurden werden in ein Herrschaftsgebiet gedrängt, das in einem (direkten) Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil steht.
Dieser Prozess birgt das Potenzial, in noch größere Konflikte und Massaker auszuarten! Die eigentliche Frage ist, inwieweit die Existenz einer Struktur wie der SDF (oder YPG) weiterhin geduldet wird. Darum dreht sich der ganze Streit. Die Leidtragenden sind wieder einmal die einfachen Menschen. Und solange die Kurden – genau wie die Palästinenser – ihre Freiheit nicht erlangen, wird sich diese Gewaltspirale weiterdrehen! Die Welt ist mittlerweile förmlich aus den Fugen geraten.“