Iranische Menschenrechtsaktivistin: Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi festgenommen

von Fremdeninfo

Von: Faz 

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben von Unterstützern in Iran gewaltsam festgenommen worden. Mohammadi sei zusammen mit weiteren Aktivisten bei einer Trauerzeremonie für einen verstorbenen Anwalt von Sicherheitskräften und Polizisten gewaltsam abgeführt worden, teilte die Stiftung der Menschrechtsaktivistin am Freitag auf der Plattform X mit. Ihr französischer Anwalt bestätigte die Festnahme gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Auch Mohammadis in Paris lebender Ehemann, Taghi Rahmani, erklärte, sie sei zusammen mit der bekannten Aktivistin Sepideh Gholian in der ostiranischen Stadt Maschdad festgenommen worden.

Mohammadi war im Dezember 2024 aus gesundheitlichen Gründen aus ihrer Haft im Evin-Gefängnis bei Teheran freigelassen worden. Damals wurde betont, dass dies nur vorübergehend sei. Mohammadi wurde 2021 zu einer Haftstrafe von 13 Jahren und neun Monaten wegen Verschwörung gegen die Staatssicherheit und Propaganda gegen die iranische Regierung verurteilt. Auch zuvor wurde sie wiederholt wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang für Frauen und gegen die Todesstrafe verurteilt und inhaftiert.

Mohammadi war 2023 für ihren Einsatz für Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Ihre beiden Kinder hatten den Preis damals stellvertretend für sie in Empfang genommen.

Das Regime in Teheran äußerte sich zunächst nicht zu der Festnahme der 53 Jahre alten Mohammadi am Freitag. Es blieb zunächst unklar, ob die Behörden sie ins Gefängnis zurückbringen würden, um den Rest ihrer Strafe zu verbüßen.

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