Fremden-Info: Herr Brillante Luigi, Sie haben die EFL gegründet. Was war Ihr Ziel?

von Cumali Yağmur

Brillante:

Mehr als die Hälfte aller Frankfurter BürgerInnen hat einen Migrationshintergrund, aber im Stadtparlament liegt ihr Anteil nur bei ungefähr 15 Prozent. Daran müssen wir arbeiten. Die Europa Liste für Frankfurt (ELF) ist eine unabhängige und überparteiliche Wählergruppe für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Frankfurt. Wir wollen, dass die Migranten*innen selbstständige Akteure der Kommunalpolitik werden. Sie sollen für Integration kämpfen. Integration bedeutet für mich gleiche Chancen. Es gibt in der Stadt immer noch große institutionelle Diskrimination.

Fremden-Info: Seit wie vielen Legislaturperioden sind Sie Mitglied der Stadtverordnetenversammlung?
Brillante:

Ich wurde 2001 ins Stadtparlament gewählt.

Fremden-Info: Welche Probleme der Migranten konnten Sie bereits lösen bzw. umsetzen?
Brillante:

Als unabhängiger Stadtverordneter kann ich alle unbequemen Themen auf der Tagesordnung setzen. Ich habe einen Kampf gegen die sog. Sonderschule für Lernhilfe geführt und wir haben Erfolg gehabt. Ohne das Einverständnis der Eltern können Kinder nicht mehr in diese Schulform eingeschult werden.

Diese Schule ist eine Sackgasse. Den Kindern, die diese Schule besuchen werden a priori die Möglichkeit einer guten Berufsausbildung genommen. Ich alleine spreche über anderen Themen der Diskriminierung angefangen bei der Arbeitsuche, Wohnungssuche bis zu der Diskriminierung, welche älteren Migranten*innen immer noch ausgesetzt sind. Als Einzelkämpfer ist es trotzdem schwierig sich durchzusetzen. Deswegen brauchen wir eine starke Fraktion mit Kollegen*innen mit Migrationshintergrund.

Fremden-Info: Sie kämpfen im Parlament alleine. Unterstützen die anderen Parteien Sie?
Brillante:

Nein, ich bin unbequem. Die etablierten Parteien unterstützen mich nicht. Sie machen auch keine echte Integrationspolitik. Es wird uns nichts geschenkt. Wir müssen unsere Rechte selbst durchsetzen.

Fremden-Info: Vor welchen Schwierigkeiten stehen Migranten in der Stadt Frankfurt?
Brillante:

Die Schwierigkeiten habe ich oben erwähnt. Leider fehlt immer noch unter den Migranten*innen ein starkes Bewusstsein, das sie mit dem Kommunalrecht vieles bewegen könnten. Viele Migranten*innen gehen nicht zur Wahl. Das ist fatal. Deswegen müssen wir alles tun damit sie am 15. März 2026 wählen gehen.

Fremden-Info: Sie als ELF befassen sich ausschließlich mit den Problemen von Migranten in der Stadt.
Brillante:

Nein! Wir sind in Frankfurt zu Hause, wir leben hier, zahlen hier Steuern, unsere Kinder besuchen hier die Kindergärten und Schulen. Alles betrifft auch uns und daher sollen wir uns einmischen und mitentscheiden.

Fremden-Info: Ich habe Ihr Programm gelesen, es ist sehr zutreffend für die Migranten. Erhalten Sie Unterstützung von ihnen?
Brillante:

Natürlich, Viele Migranten unterstützen mich. Es ist aber nicht ausreichend. Wir müssen dafür sorgen, dass viel mehr Migranten sich politisch engagieren. Wir sollten übrigens einig sein. Wenn wir mit vielen Listen an der Wahl teilnehmen, dann werden wir scheitern. Die Europa Liste ist eine internationale Liste mit Kandidaten*innen aus vielen Kulturen. Wir spiegeln die soziale Schicht der Stadt.

Fremdeninfo Warum sollen Migranten die Liste ELF wählen?“

Damit sie ein Sprachrohr im Frankfurter Parlament haben sollen. Damit endlich die Integration vorangebracht wird. Damit die Diskriminierungen endlich ein Ende haben sollen.

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