WORAUF WIRD GEWARTET, DAMIT DIE MADIMAK-MÖRDER IN DEUTSCHLAND VOR GERICHT GESTELLT WERDEN?

von Fremdeninfo

Von: Turgut Öker

Jahrelang war die Forderung klar:
Die in Deutschland lebenden Madımak-Mörder sollen an die Türkei ausgeliefert werden.
Sie sollten ihre Strafe in der Türkei verbüßen.
Dazu kam es nicht.
Der deutsche Staat hat dies nicht zugelassen.

Heute jedoch gibt es eine neue rechtliche Situation.
Das Urteil des Oberlandesgerichts München zum Genozid an den Jesiden hat erneut gezeigt, dass Deutschland auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die außerhalb seiner eigenen Grenzen begangen wurden, strafrechtlich verfolgen kann.

Nun steht das neue Ziel fest:
Die Madımak-Mörder, die nicht an die Türkei ausgeliefert wurden, müssen in Deutschland vor Gericht gestellt werden.

Doch worauf wird gewartet?
Seit dem Urteil sind zwei Wochen vergangen.
Die Institutionen, die wir aus der Asche von Madımak erschaffen haben, sind in Schweigen versunken, sobald es um die Prozessführung gegen die Madımak-Mörder in Deutschland geht.

Es gibt keine einzige ernsthafte Erklärung.
Keinen einzigen Aufruf zu einer Massenaktion.
Keine einzige gemeinsame Initiative.

Es wird so getan, als bestünde diese Angelegenheit lediglich aus der beruflichen Arbeit und der Aktenverfolgung einiger weniger Anwälte.
Dabei ist dieser Fall nicht die Sache von ein paar Anwälten, sondern die Sache der gesamten alevitischen Gemeinschaft.

Die Aufgabe der alevitischen Institutionen ist es nicht, bloß zuzuschauen.
Es ist ihre Aufgabe, sich diesen Fall zu eigen zu machen.
Die Gesellschaft zu mobilisieren.
Öffentlichkeit herzustellen.
Den Druck zu organisieren, der die deutsche Politik und Justiz in Bewegung setzt.

Wenn nicht heute, wann dann?
Worauf wird noch gewartet?

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