Von Halit Yaşar Demirbağ
Hannover war Schauplatz von zwei separaten Kundgebungen zur Unterstützung der regimekritischen Proteste im Iran.
Die erste Demonstration wurde von einer etwa 50-köpfigen Gruppe von Anhängern des Schahs durchgeführt. Die Gruppe skandierte auf Persisch Slogans wie „Die Mullahs müssen weg, der Schah soll kommen“, blieb jedoch in ihrer Wirkung eher unbedeutend.
Die zweite Kundgebung fand um 12:30 Uhr am Kröpcke statt. Diese wurde von den deutschen politischen Parteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke sowie von zahlreichen Gewerkschaften und demokratischen Massenorganisationen unterstützt. Auch der Oberbürgermeister von Hannover, Belit Onay, gehörte zu den Teilnehmern. Die Demonstration, an der rund 1.000 Menschen teilnahmen, war sehr lebhaft und entschlossen.
In seiner Rede betonte Belit Onay, dass sie die Entwicklungen im Iran genau verfolgen. Er erklärte, dass sie sich bereits unter der Woche mit dem Iran-Komitee ausgetauscht haben, die vorgetragenen Forderungen an die zuständigen Stellen weiterleiten werden und ihre Unterstützung fortsetzen werden.
Während die Vertreter der SPD und der Grünen ähnliche Reden hielten, betonte der Vertreter der Linkspartei, Mizgin Çiftçi, dass die Probleme nicht nur den Iran, sondern den gesamten Nahen Osten betreffen. Er sagte: „Gestern war es Palästina, heute setzt es sich in Syrien und im Iran fort. Wir verteidigen nicht das von den USA lancierte Schah-Modell, sondern den eigenen Willen des iranischen Volkes.“ Çiftçi protestierte zudem gegen die Massaker an Aleviten in Syrien und die Angriffe auf Kurden. Er forderte zudem, dass die Einladung des syrischen Milizenführers al-Dschaulani (Jolani) nach Deutschland widerrufen werden müsse.