Ramadan-Streit an Schule in NRW nur der Anfang? „Traurig

von Fremdeninfo

 Artikel von Daniel Sobolewski/Nw

An einer Gesamtschule in der NRW-Stadt Kleve kam es während des Ramadans zu Auseinandersetzungen zwischen muslimischen und nichtmuslimischen Schülerinnen und Schülern. Der Auslöser: Nichtmuslimische Kinder sollen von fastenden muslimischen Schulkameraden beleidigt worden sein, weil sie in der Pause aßen.

Die Reaktion der Schule sorgte für Empörung: Statt die Mobber zur Rede zu stellen, habe eine Lehrkraft die betroffenen Kinder aufgefordert, sich beim Essen umzudrehen. Die Schulleitung verteidigte sich später auf Instagram mit der Aussage, es habe Kommunikationsprobleme gegeben, und kündigte eine gründliche Aufarbeitung an.

Kleve: Schule gerät unter Druck

Die Integration des religiösen Brauchs sorgt, wie in Kleve deutlich wird, nicht immer für ein Miteinander. Im Gegenteil: Es mehren sich Berichte, wonach muslimische Jugendliche ihre nicht fastenden Altersgenossen unter Druck setzen. Manche Schüler spielen sogar „Religionspolizei“, bestätigt Mouhanad Khorchide, Islamwissenschaftler der Universität Münster. Das werde teils genutzt, um sich als „wir Muslime“ besser zu positionieren und andere abzuwerten, so der Experte.

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Überhaupt zeigen sich nach Aussagen von Akteuren wie Wolfgang Büscher, Sprecher des Kinderhilfswerks „Die Arche“, an manchen Schulen neue Machtverhältnisse. Besonders dort, wo muslimische Kinder die Mehrheit stellen, sei der Druck auf nichtmuslimische Schüler enorm. „Ich finde es traurig, wie wir langsam vor dem Islam kapitulieren“, sagt der eigentlich sehr besonnene Büscher dem Sender „Welt TV“. Seyran Ates von der Berliner Ibn-Rushd-Goethe-Moschee wirft den Schulleitungen vor, oft wegzuschauen. D

Klever Streit: Problem größer als vermutet?

Kritik an den Schulen kommt auch vom Präsidenten des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll – wenngleich dieser eine pauschale Verurteilung von Schulleitungen für unangebracht hält. In Konfliktfällen sei Zurückhaltung bei äußeren Stellungnahmen häufig gesetzlich vorgeschrieben. Dennoch gäbe es Hinweise darauf, dass religiös begründetes Mobbing zunehme – nicht nur gegen Nichtmuslime, sondern auch unter Muslimen, wenn Fastende weniger strenge Gläubige kritisieren.

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Sonderregelungen für den Ramadan lehnt Düll ab. „Wer fasten will, muss es auch durchhalten, wenn andere essen“, betont er. Ausnahmen wie die Befreiung vom Sportunterricht hält er für unangemessen. In vielen Bundesländern gibt es mittlerweile Leitfäden für Schulen, die zu mehr gegenseitigem Verständnis aufrufen – etwa durch Gespräche über den Islam und seine Bräuche.

Kleve braucht Lösungen für Zusammenhalt

Islamverbände könnten für einen Ausweg aus der Misere sorgen, meinen Kritiker wie Khorchide und Ates. Ihrer Ansicht nach müssten Moscheegemeinden mehr gegen religiös motivierte Konflikte tun. Statt sich abzugrenzen, solle ein Signal für Gemeinschaft gesendet werden. Der Koordinationsrat der Muslime setzte dies bereits um und brachte Missbilligung gegenüber Mobbingfällen zum Ausdruck: „Fasten ist eine persönliche religiöse Praxis und kein Vorwand, andere unter Druck zu setzen oder herabzuwürdigen“, so Sprecher Ali Mete. Zugleich warnte er vor Verallgemeinerungen respektive einer medialen Verzerrung des Ramadans als Spaltzündstoff.

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Der Fall aus Kleve könnte sich als übertriebener Einzelfall entpuppen. Dennoch zeigt er, wie wichtig es ist, bewussten Umgang mit Religion zu fördern und Spannungen entgegenzuwirken. Mit der richtigen Präventionsarbeit und klaren Regeln redet man sich nicht nur mit dem Wort „Kommunikationsprobleme“ raus, sondern schafft einen Alltag, von dem alle profitieren können. Das ist dringend nötig.

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