Von: Fremdeninfo/Duisburg
In der Stadt Duisburg (Nordrhein-Westfalen), in der ein hoher Anteil an Bürgern mit Migrationshintergrund lebt, fand im „Sol Kültürevi“ (Linkes Kulturhaus) eine Podiumsdiskussion statt. Als Redner nahmen die Journalisten Yücel Özdemir und Mehmet Tanlı teil. Das Thema der Veranstaltung, die mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt wurde, lautete: „Sozio-politische Entwicklungen in der Welt 2026: Globale Trends, Risiken und mögliche Auswirkungen auf uns Migranten“. Die gut besuchte Versammlung begann mit der Begrüßung der Redner und Teilnehmer durch den Vereinsvorsitzenden Gencay Sözüdoğru.
Die sozio-politischen Gleichgewichte der Welt werden neu geformt
In dem von Mehmet Tanlı moderierten Panel erklärte der Journalist und Autor Yücel Özdemir in seinem Vortrag, dass die Welt in ein neues System übergegangen sei. Es beginne eine Ära, in der die wirtschaftlich und militärisch Starken die Schwachen unterdrücken und die unter- sowie oberirdischen Ressourcen der Länder geplündert würden. Özdemir sagte: „2025 war ein Jahr, in dem die geopolitischen Risiken ihren Höchststand erreichten. Die Machtkämpfe zwischen den Supermächten USA, China, Russland und Europa beeinflussen nun direkt die Energierouten, die Energiesicherheit und die Handelswege. Wir erleben eine Multipolarität in der Weltpolitik. Transformation gestaltet alle sozio-politischen Gleichgewichte neu. Die Spannungen zwischen den USA und China sowie der Wettbewerb in den Bereichen Technologie, künstliche Intelligenz und Energie verschärfen sich. Auch Deutschland ist nun ‚ins Spiel eingestiegen‘, indem es Milliarden Euro für die Modernisierung seiner Armee bereitstellt. Dieses Geld wird aus den Steuern der Bürger finanziert und durch soziale Kürzungen ermöglicht. Das ist inakzeptabel. Wir Migranten müssen gemeinsam mit allen deutschen Demokraten gegen diese rechte, pro-kriegerische Politik protestieren. Denn jede negative politische Entscheidung wird auch uns als Teil dieses Landes tief treffen.“
Beginn des neuen Jahres im Zeichen des Rechtspopulismus
Mehmet Tanlı fügte hinzu: „Leider ist die Welt in das Jahr 2026 mit geopolitischen Spannungen gestartet. Ereignisse wie die Entführung von Maduro und seiner Frau aus Kolumbien durch US-Soldaten, die Drohungen der USA gegen den Iran, die heftigen Aufstände und Proteste der Regimegegner im Iran, die Angriffe von Jolanis Armee auf die Gebiete und Errungenschaften der Kurden in Syrien, der anhaltende Russland-Ukraine-Krieg sowie Protestbewegungen in anderen Regionen prägen das Bild. Hinzu kommen der demokratische Rückgang und der Aufstieg des Populismus. Der Aufstieg der rechtsextremen Partei AfD in Deutschland hält unvermindert an. 2026 wird ein schwieriges Jahr werden.“
Die Versammlung in Duisburg endete nach einer kurzen Pause mit der aktiven Teilnahme des Publikums und einer Frage-Antwort-Runde.
Referenten: Yücel Özdemir und Mehmet Tanlı
Diese Veranstaltungsreihe wird am 8. Februar in Dortmund und am 22. März in Bochum fortgesetzt.