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Die Linken verkommen immer mehr zu Fantasten“ – Leser diskutieren zum Antisemitismus bei der Linken

von Fremdeninfo 18 März 2026
von Fremdeninfo 18 März 2026
Gregor Gysi wird von den eigenen Parteimitgliedern in einem Brief angegangen. Zuvor hat er im FOCUS-Podcast Antisemitismus in der Linken beklagt. Dort erklärte er: „Es ist jetzt deshalb viel gefährlicher geworden, weil viel mehr Menschen mit Migrationshintergrund, auch mit spezifischem Migrationshintergrund, in unsere Partei gekommen sind, was ich eigentlich sehr begrüße“. © Markus C. Hurek
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Artikel von Fabienne Rzitki / Focus-online

 

  • Der vollständige Artikel von Tanit Koch, auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: Wenn Linke in ihrer Empörung die traurige Realität ausblenden

Ein Kommentar von Tanit Koch über die Reaktionen in der Linken auf Aussagen von Gregor Gysi zu antisemitischen Strömungen in der Partei trifft bei unseren Lesern einen Nerv. Gysi hatte ein bekanntes Problem offen benannt – und dafür scharfen Widerspruch aus den eigenen Reihen geerntet. In den Kommentaren entwickelt sich daraus eine Grundsatzdebatte über Antisemitismus, Verantwortung und politische Konsequenzen.

Forderung nach Beobachtung der Linken durch den Verfassungsschutz

Viele Leser greifen die im Kommentar geschilderten innerparteilichen Konflikte auf und sehen darin ein strukturelles Problem. Sie fordern, die Linke stärker durch den Verfassungsschutz beobachten zu lassen oder entsprechende Prüfungen einzuleiten. Dabei wird argumentiert, antisemitische Positionen seien nicht nur Einzelfälle, sondern Ausdruck tiefer liegender Entwicklungen. Tatsächlich sind Konflikte und problematische Äußerungen dokumentiert. Allerdings gelten für eine Beobachtung hohe rechtliche Hürden: Entscheidend sind systematische verfassungsfeindliche Bestrebungen – nicht einzelne Vorfälle oder kontroverse Debatten.

„Muss da jetzt nicht mal endlich der Verfassungsschutz tätig werden?“  Zum Originalkommentar

„Die Gefahr, die der Demokratie von links droht, ist mindestens ebenso groß, wenn nicht ungleich größer als die von rechts. Nur konnten die Linksextremen das lange hinter ihrem scheinheiligen Moralismus verbergen, mit dem es ihnen lange gelungen ist, die Mehrheitsgesellschaft wie die Sau durchs Dorf zu treiben. Diese Fassade bricht nun in sich zusammen.“  Zum Originalkommentar

„Wenn es eine Brandmauer gegen rechts gibt, muss es auch eine gegen links geben, ansonsten haben wir nur noch Linkspolitik.“  Zum Originalkommentar

Kritik an politischer Integrität und Wählbarkeit

Ein weiterer Teil der Leser knüpft an die im Kommentar genannten Beispiele an und stellt die politische Glaubwürdigkeit der Linken grundsätzlich infrage. Die Partei wird nicht mehr als verlässlicher Akteur wahrgenommen, sondern als ideologisch geprägt. Verweise auf aktuelle Konflikte und historische Belastungen verstärken diesen Eindruck. Diese Sichtweise spiegelt eine politische Bewertung wider, keine juristische. Gleichzeitig zeigt sie, wie stark einzelne Themen – hier der Umgang mit Antisemitismus – die Wahrnehmung einer Partei insgesamt prägen können.

Wie können manche Bürger nur eine Partei wählen und gut finden, die sich öffentlich dazu bekennt, die Verfassung auszuhebeln, um den Sozialismus einzuführen, eine Partei, die sich ausnahmslos um fremde Menschen statt der Bürger, denen sie dienen müssen, für ihre Bezüge kümmert? Wie wenig Bildung muss man haben, das gut zu finden?“  Zum Originalkommentar

„Die Linken verkommen immer mehr zu Fantasten, welche die Realität zugunsten der eigenen Ideologie ausblenden. Die helfen damit niemandem, außer dem eigenen Zufriedenheitslevel, aber der tanzt trotzdem offensichtlich gerade Niveaulimbo.“  Zum Originalkommentar

„Die Linke, eine Partei mit dunkelster Vergangenheit. Als SED war sie Staatspartei und unterdrückte die eigene Bevölkerung. Schon damals war sie ausgewiesen antisemitisch unterwegs. Und dann nach der Umbenennung und dem Whitewashing in der neuen Bundesrepublik geriert sie sich immer noch als ausgewiesene antisemitische Partei.“  Zum Originalkommentar

Forderung nach Differenzierung zwischen Israelkritik und Antisemitismus

Andere Leser nehmen die von Gysi angesprochene Problematik differenzierter auf. Sie betonen, dass Kritik an der Politik Israels nicht automatisch antisemitisch sei und warnen vor pauschalen Zuschreibungen, auch gegenüber Mitgliedern mit Migrationshintergrund. Diese Unterscheidung entspricht der politischen und wissenschaftlichen Debatte. Gleichzeitig wird im Kommentar deutlich, dass innerhalb der Linken selbst um diese Abgrenzung gerungen wird. Der Konflikt verläuft also nicht nur zwischen Kritikern und Verteidigern, sondern auch innerhalb der Partei.

Ist man jetzt schon antisemitisch, wenn man die Palästina-Politik und auch die Attacken Israels auf den Iran kritisiert? Ist man Antisemit, wenn man die Anhänger Netanjahus und deren Hass kritisiert? Es gibt für mich zwei Seiten: Politik und Religion. Die sollte man auch voneinander trennen. Die religiöse Selbstbestimmung Israels ist unantastbar. Die Politik ist es nicht. Das sehen auch viele Linke so.“  Zum Originalkommentar

„Wenn man über Jahre hinaus Zuwanderung von nicht gerade israelfreundlichen Völkern zulässt, braucht man sich nicht wundern, dass das zunehmend zu israelfeindlichen Stimmungen führt. Hinzu kommt, dass Israel derzeit alles dazu tut, dieses Bild zu verstärken: Westjordanland, Gaza, Südlibanon… Also, mal die Kirche im Dorf lassen und Dinge sachlich – nicht ideologisch – durchdenken und bewerten. Danke dafür, Herr Gysi!“  Zum Originalkommentar

„Es wird einfach nie zwischen Antisemitismus und Israelkritik unterschieden. Antisemitismus ist Judenhass und muss bekämpft werden. Wenn aber die Linke Jugend sagt, die Staatsgründung Israels habe kolonialistischen und rassistischen Charakter, dann ist da was dran, denn die Palästinenser, die in diesem Gebiet seit Jahrtausenden lebten, wurden vertrieben und enteignet. Das ist dokumentiert.“  Zum Originalkommentar

Andere Meinungen sowie sarkastische Beiträge

Ein Teil der Kommentare reagiert mit polemischen oder ironischen Zuspitzungen. Inhaltliche Argumente treten dabei in den Hintergrund, stattdessen dominieren pauschale Abwertungen oder persönliche Angriffe.

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