Von: Mehmet Tanlı/ Köln
„NÂR – The Sound of ONE“: Eine musikalische Reise, die die Klänge uralter Geografien in sich trägt, beginnt im Dezember.
NÂR, ein Musik- und Kulturprojekt, das die Spuren verschiedener Kulturen widerspiegelt, wird in Deutschland aufgeführt.
Das jahrtausendealte Klanggedächtnis Anatoliens und Mesopotamiens erhebt sich erneut wie eine Flamme, die durch die Jahrhunderte gefiltert wurde.
„NÂR – The Sound of ONE“ verbindet die Musiktraditionen dieser uralten Geografien, die die gemeinsame Geschichte der Menschheit in sich tragen, mit der Sensibilität der Gegenwart und lädt den Zuhörer sowohl in die Vergangenheit als auch in das Jetzt ein. Dieses besondere Projekt spürt einem 3.500 Jahre alten kulturellen Gedächtnis nach; es lauscht Mythen, Gebeten, Sprachen, Tänzen und vergessenen Märchen. NÂR ist nicht nur ein Konzert; es ist ein Tor in die Tiefen der Zeit, eine Brücke zwischen Wurzeln und Zukunft, eine Hommage an die heilende Kraft des Klangs für das Gedächtnis.
Sieben neue Werke von Mehmet Akbaş: Das Echo einer verschwindenden Sprache
Mehmet Akbaş, der die künstlerische Leitung des Projekts übernimmt, macht mit diesem Projekt die zerbrechlichen, feinen und vom Aussterben bedrohten Klänge des Zazaki, an denen er seit Jahren akribisch arbeitet, wieder sichtbar.
Sieben neue Kompositionen von Akbaş bilden das Herzstück von NÂR. Diese Werke sind mal von der Würde einer Qaside-Tradition, mal vom unschuldigen Rhythmus eines Kindergedichts und mal von den innigen Klängen persönlicher Erinnerungen geprägt. Jedes Stück erwacht auf der Bühne sowohl als individuelle Stimme als auch als Träger des kollektiven Gedächtnisses zum Leben.
Zwischen Tradition und Moderne: Die atmosphärische Welt von Erdem Altınses
Die musikalische Gesamtleitung liegt bei Erdem Altınses.
Altınses ist bekannt für seine episch-filmischen Arrangements. Bei NÂR bringt er traditionelle Instrumente – Saz, Laute (Lavta), Duduk, Def – mit den tragenden Instrumenten der modernen Musik – Cello, Klavier, Gitarre, Flöte und Schlagzeug – zusammen und schafft so ein Klanguniversum, das zugleich vertraut und frisch ist.
Durch seine Berührung lösen sich die Melodien von der Zeit und verwandeln sich in eine Atmosphäre zwischen den Räumen: Mal eine alte Klage, die sich in einem Tal ausbreitet, mal eine zeitgenössische Melodie, die zwischen den Lichtern der Stadt wandert…
Ein gemeinsamer Klang, in dem Kulturen zusammenkommen: Der Geist von NÂR
„NÂR – The Sound of ONE“ speist sich aus den Ländern, in denen viele Völker Nachbarn waren und Zeugen der Geschichten der anderen wurden. Die Musiktraditionen der Zaza, Kurden, Armenier, Assyrer, Juden, Türken, Araber und Pontos-Griechen kommen in diesem Projekt nicht über Gegensätze zusammen, sondern als Klänge, die sich zueinander erstrecken und sich gegenseitig ergänzen.
NÂR webt diese vielschichtige Welt nicht wie ein Mosaik, sondern in einem einzigen Atemzug, einem einzigen Herzschlag, einem einzigen Gefühl der „Einheit“. In diesem Universum, in dem sich Klänge begegnen, werden Unterschiede nicht zur Trennung, sondern zu einem natürlichen Teil des Reichtums und des gemeinsamen Gedächtnisses.
Der Konzertkalender für Dezember 2025 sieht wie folgt aus:
Diese einzigartige musikalische Reise wird im Dezember in drei Städten auf das Publikum treffen:
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Mittwoch, 10. Dezember 2025 – 19:30 Uhr: Köln, Lutherkirche – Uraufführung (Premiere). Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Lichter der Kulturen“.
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Donnerstag, 11. Dezember 2025 – 19:30 Uhr: Duisburg, Kulturkirche Liebfrauen
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Freitag, 12. Dezember 2025 – 19:30 Uhr: Herford, Lutherhaus