• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Startseite Salafismus

Kurdischer IS-Anhänger bereut vor Gericht: „Habe einen Hass auf Türken entwickelt“

von Fremdeninfo 6 März 2021
von Fremdeninfo 6 März 2021
465

Kurdischer IS-Anhänger bereut vor Gericht: „Habe einen Hass auf Türken entwickelt“

Von

 dpa dtj-online

–

3. März 2021

 
 
Matthias Bohn im Landgericht im Verhandlungssaal. Foto: Sven Hoppe/dpa Pool/d

Anschläge auf türkische Läden, Brandstiftung und der Plan, noch Schlimmeres zu tun: In München hat der Prozess um die Anschläge von Waldkraiburg begonnen. Es geht um Youtube-Videos, Hasspredigten – und Rohrbomben in einer Tiefgarage in Garching an der Alz.

Was wäre denn passiert, fragt der Vorsitzende Richter Jochen Bösl den Angeklagten, wenn er nicht festgenommen worden wäre im Mai 2020? „Dann könnte vieles passieren“, entgegnet der 26-Jährige. Vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichtes München hat am Dienstag der Prozess um Terroranschläge auf türkische Geschäfte im oberbayerischen Waldkraiburg begonnen – mit einem weitgehenden Geständnis des Angeklagten.

„Das stimmt alles, was die vorgelesen hat“, sagt der Deutsche kurdischer Abstammung, nachdem eine Vertreterin der Bundesanwaltschaft die Anklage verlesen hat – und gibt sich betont reumütig. Er habe jahrelang Propaganda-Videos der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) geschaut und sich dadurch „unterbewusst radikalisiert“, sagt er. „Ich bereue die Taten sehr. Das war einfach so ein Tunnelblick.“ In der Untersuchungshaft habe er „einen klaren Kopf bekommen“, und ihm sei aufgefallen, „dass die Welt bunt ist, und es nicht nur immer ums Schlachten geht und ums Kämpfen“.

Türkische Läden als Ziel

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann mehrere Anschläge auf türkische Läden im multikulturell geprägten, oberbayerischen Waldkraiburg im vergangenen Jahr vor. Er soll sich dem IS angeschlossen und einen Hass auf die politische Führung der Türkei entwickelt haben. Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Mord in 31 Fällen, schwere Brandstiftung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Er war im vergangenen Jahr nach einer mysteriösen Anschlagsserie gefasst worden. In Waldkraiburg, eine knappe Autostunde östlich von München, waren im April und Mai 2020 in mehreren Nächten Läden und Restaurants türkischstämmiger Inhaber mit einer übelriechenden Flüssigkeit attackiert worden, ein Laden in einem Mehrfamilienhaus brannte aus, 26 Menschen, die sich zur Tatzeit in dem Haus befanden, brachte er damit in Gefahr. Vor Gericht gibt er an, vorher am Münchner Stachus bei einem Drogendealer eine grüne Pille gekauft zu haben, die ihn Flammen sehen ließ. Das habe ihn auf die Idee gebracht, das Feuer in dem Laden zu legen.

Sprengstoff bei der Festnahme

Seine Festnahme am 8. Mai 2020 könnte weitere Taten verhindert haben. Als die Polizei zugriff, hatte er Rohrbomben und kiloweise Sprengstoff dabei, die er vorher lange in seinem Auto in einer Tiefgarage in Garching an der Alz gelagert hatte. „Ich wusste nicht, wohin mit dem ganzen Zeug.“

Vor Gericht räumt er dann auch ein, noch ganz andere Taten geplant zu haben: Anschläge auf mehrere Moscheen des Islamverbandes Ditib, auf das türkische Generalkonsulat in München und die Ditib-Zentralmoschee in Köln. Er habe einen Hass auf Türken entwickelt, sagt der Angeklagte, der selbst die türkische Staatsbürgerschaft besaß, bevor er die deutsche annahm. „Ich habe jahrelang gehört: Die Türken sind so, die Türken sind so – und dann war ich emotional geprägt“, sagt er. So seien Türken zu seinem Feindbild geworden – sogar die eigenen Eltern: „Ich hab mich selber vergessen in dem Wahn, in dem Zustand.“

Türkische Imame als Hassobjekt

Menschen habe er aber nie schaden wollen, sagt er nun – um dann anzugeben, seine Waffe habe er schon dabei gehabt, um gezielt auf türkische Imame loszugehen. Er erzählt von Gewaltaufrufen islamistischer Hassprediger bei Youtube, von Enthauptungsvideos: „So was hab ich jahrelang angesehen, und ich habe meinen Überblick für’s Leben verloren“, sagt er, der seine Taten auch auf Frust nach einer gescheiterten islamischen Ehe führt. Hintermänner für seine geplanten Taten gebe es nicht, und er habe auch niemanden darüber informiert, gibt er an – obwohl er bei der Polizei etwas ganz anderes gesagt hatte.

Er gibt aber zu, im Umfeld der vom bayerischen Verfassungsschutz als Salafisten-Treffpunkt aufgeführten „El-Salam“-Moschee nach Islamisten gesucht zu haben, die ihm helfen, nach Syrien zu kommen. Außerdem traf er sich mit einem bekannten Islamisten in Hamburg. Das sei aber nur „ein Treffen unter Freunden“ gewesen, sagt der 26-Jährige vor Gericht.

Täter schuldunfähig?

Die Verteidigung begründet die Widersprüche in der Aussage mit einer psychischen Erkrankung des Angeklagten. „Wir gehen selbst nicht von einer Schuldunfähigkeit, aber von einer verminderten Schuldfähigkeit aus“, sagt sein Anwalt Christian Gerber. Grund sei „eine psychische Erkrankung“ seines Mandanten. Auch das Gericht wies zu Beginn des Prozesses darauf hin, dass eine mögliche psychische Erkrankung des Angeklagten und die Unterbringung in einer Klinik im Raum stehe. Der 26-Jährige spricht von jahrelangem Drogenkonsum.

Extremismusexperten sehen in den Anschlägen eine neue Zielrichtung: Erstmals habe ein mutmaßlicher Anhänger der Terrormiliz IS türkische Ziele in Europa ins Visier genommen. Hintergrund könne die schärfere Gangart der türkischen Regierung gegen den IS sein.

Der junge Mann betont indes immer wieder, sich von dem, was er eine Dekade lang geglaubt habe, zu distanzieren: „Ich sage mich sogar von denen los, obwohl es wahrscheinlich zu spät ist“, sagt er und verspricht, „nie wieder etwas zu machen“: „Ich werde einfach das Muttersöhnchen bleiben und bei meiner Familie bleiben.“

dpa/dtj

 

 

 

 

Teilen FacebookTwitterWhatsappEmail
Fremdeninfo

Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

vorheriger Beitrag
Corona-Politik stürzt vor allem Junge in finanzielle Not
nächster Beitrag
Sieben Jahre Istanbul-Konvention: Wenn Familie und Ehre mehr zählen als das Leben einer Frau

Ähnliche Beiträge

Stuttgart: Mehr als fünf Jahre Haft für IS-Mitglied wegen Anschlagsplans

31 März 2025

Acht Jahre Haft: Ehemaliger IS-Kämpfer erneut verurteilt

14 März 2025

Islamist soll Anschlag auf proisraelische Veranstaltung geplant haben

24 Oktober 2023

Rheinland-Pfalz: Mutmaßlicher IS-Unterstützer festgenommen

14 Juni 2022

IS-Kämpferin verlässt Gericht nach Urteil auf freiem Fuß

18 Mai 2022

Früherer Kämpfer syrischer Islamistenmilizen im Raum Aachen festgenommen

12 April 2022

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?

    28 April 2026
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Islam gehört zu Deutschland“? – Wulff bekräftigt umstrittene Aussage

    26 September 2026
  • Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.

    26 September 2026
  • CDU-Innenminister will Grundrecht auf Asyl streichen – und noch härter abschieben

    26 September 2026
  • EIN ECHTER FRIEDE UND EINE ECHTE DEMOKRATIE WERDEN DAS WERK DER VÖLKER, DER WERKTÄTIGEN, DER FRAUEN UND DER ÖKOLOGEN SEIN

    25 September 2026
  • Berliner Linken-Chefin: «sehr überrascht» über Kritik

    25 September 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Die Berliner Koalitionsregierung muss schnellstmöglich gebildet werden

24 September 2026

Neueste Artikel

Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.
26 September 2026
CDU-Innenminister will Grundrecht auf Asyl streichen – und noch härter abschieben
26 September 2026
EIN ECHTER FRIEDE UND EINE ECHTE DEMOKRATIE WERDEN DAS WERK DER VÖLKER, DER WERKTÄTIGEN, DER FRAUEN UND DER ÖKOLOGEN SEIN
25 September 2026

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?
28 April 2026
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung