Von: Cumali Yağmur
Eine große Gruppe versammelte sich auf dem Kröpcke-Platz in Hannover, um auf den 18. März, den Internationalen Tag der politischen Gefangenen, aufmerksam zu machen. Der 18. März gilt als Gedenktag an die Pariser Kommune, deren Widerstand für „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ blutig niedergeschlagen wurde. Dieses Datum wurde von deutschen revolutionären und progressiven Organisationen aufgegriffen und wird jedes Jahr international begangen, um auf die Lage politischer Gefangener weltweit hinzuweisen und deren Freiheit zu fordern. Die Pariser Kommune, die das Volk von Paris 1871 unter den Idealen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ins Leben gerufen hatte, begann am 18. März 1871 und endete am 28. Mai 1871. Die zum Gedenken an diesen Tag versammelten Gruppen und Redner erinnerten an die politischen Gefangenen in aller Welt und forderten ihre Freilassung. In den Reden wurde unter anderem betont, dass es in den USA eine hohe Zahl politischer Gefangener gibt. Zudem wurde auf das Mullah-Regime im Iran hingewiesen, das zahlreiche Frauen und Männer inhaftiert, viele politische Aktivisten hingerichtet hat und weiterhin Menschen durch Erhängen hinrichtet. Es wurde dargelegt, dass es auch in Afghanistan, im Nahen Osten und in Indien zahlreiche politische Gefangene gibt, die Folter ausgesetzt sind. Für sie wurde die sofortige Freiheit gefordert. Mit Blick auf die Türkei wurde kritisiert, dass die Gefängnisse unter dem AKP-MHP-Regime mit politischen Gefangenen gefüllt seien. Es wurde hervorgehoben, dass zahlreiche Journalisten, Feministinnen, Politiker und Menschen, die für die kurdische Identität und Unabhängigkeit kämpfen, inhaftiert sind. Die Teilnehmer forderten das AKP-MHP-Regime auf, alle politischen Gefangenen umgehend freizulassen. Während der Aktion wurde zur aktiven Solidarität aufgerufen. An die Teilnehmer wurde appelliert: „Schreibt den Gefangenen Briefe, um ihnen moralische Unterstützung zu geben. Besucht die Gerichtstermine, um Solidarität zu zeigen, und schafft Möglichkeiten der Unterstützung für politische Gefangene.“ Gemeinsam wurde der Slogan „Freiheit für alle politischen Gefangenen weltweit!“ gerufen. Die Gruppen, die zu dem Protest aufgerufen hatten, waren: ATIF, Iraner:innen, Rote Hilfe, Menschen aus Afghanistan und Nav-Dem Hannover. Die Versammlung löste sich nach den Kundgebungen ohne Zwischenfälle friedlich auf.
Freiheitsaufruf für politische Gefangene am 18. März in Hannover
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