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Evangelischer Kirchentag will Zuversicht vermitteln und Brücken bauen

von Fremdeninfo 30 April 2025
von Fremdeninfo 30 April 2025
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Evangelischer Kirchentag will Zuversicht vermitteln und Brücken bauen

Von RP-Online

 

Hannover. Am Freitag beginnt der Deutsche Evangelische Kirchentag in Hannover. Angesichts der vielen Krisen in der Welt will das Treffen auch Zuversicht und Aufbruchsstimmung vermitteln. Das Leitwort lautet „mutig – stark – beherzt“.
                              

 

                              

                             Blick nach vorn: Kirchentagspräsidentin Anja Siegesmund. © Julian Stratenschulte

Viele Menschen sind verzagt, verzweifelt und durchaus belastet angesichts des Rechtsrucks in den Demokratien dieser Welt“, sagte Kirchentagspräsidentin Anja Siegesmund am Mittwoch vor Journalisten in Hannover. Dort sollte das fünftägige Christentreffen am Abend eröffnet werden

Die Klimakrise, das Artensterben und die Erhaltung des persönlichen Wohlstands beschäftigten heute viele Menschen, sagte Siegesmund. Über diese Themen müsse auch beim Kirchentag gesprochen werden. Dabei komme es darauf an, das Verbindende zu suchen. „Unsere Demokratie braucht lebendige Resonanzräume wie den Kirchentag“, unterstrich die Kirchentagspräsidentin. Die Kraft der Argumente solle in die Gesellschaft getragen werden.

Christen hätten nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, sich politisch einzumischen und Stellung zu beziehen, betonte Siegesmund. Die frühere thüringische Umweltministerin (Grüne) bezog sich dabei auf eine Kritik von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU). Die Katholikin Klöckner hatte sich zu Ostern in der „Bild am Sonntag“ von den Kirchen mehr Sinnstiftung und weniger Stellungnahmen zu tagesaktuellen Themen im Stile einer Nichtregierungsorganisation gewünscht.

Der Kirchentag steht unter dem Leitwort „mutig – stark – beherzt“. Geplant sind rund 1.500 Veranstaltung, darunter Bibelarbeiten, Gottesdienste, Diskussionsforen, Workshops und kulturelle Angebote. Zahlreiche prominente Bundespolitiker werden erwartet, unter ihnen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Bundestagspräsidentin Klöckner wird eine Bibelarbeit leiten, ebenso wie die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Bis zum Mittwochmorgen wurden nach Angaben der Veranstalter rund 65.000 Tickets verkauft, etwas mehr als vor zwei Jahren in Nürnberg. Ob die erwartete Teilnehmerzahl von 100.000 erreicht wird, sei schwer abzuschätzen und hänge von vielen Faktoren ab, hieß es. Der Kirchentag 2023 in Nürnberg zählte am rund 70.000 Teilnehmende. 2019 in Dortmund waren es 120.000.

Der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover sagte, angesichts einer depressiven Grundstimmung und einer verbreiteten Melancholie in der Gesellschaft könne vom Kirchentag ein Zeichen der Hoffnung ausgehen. „Es braucht mehr als einen Optimismus, der sich auf das Wiederanlaufen von Wirtschaftserträgen und Renditeerwartungen gründet. Es braucht eine Rendite, die spirituell getragen ist.“

Als kontroverse Themen des Kirchentags nannte Generalsekretärin Kristin Jahn neben der Klimakrise unter anderem den Konflikt in Israel und im Gaza-Streifen und Machtstrukturen in der Kirche. Es sei wichtig, dass über diese Themen in gegenseitigem Respekt gesprochen werde. „Wichtig ist, dass wir nicht übereinander reden, sondern miteinander“, betonte Jahn: „Wir sind kein Sendemast der Selbstgerechtigkeit, wir warten auf Gottes Gerechtigkeit.“

Der Etat für das Protestantentreffen beträgt rund 25 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen steuert sieben Millionen Euro bei, die Stadt Hannover vier Millionen Euro und die hannoversche Landeskirche 7,4 Millionen Euro. Der Rest entfällt auf Einnahmen aus Merchandising, von Sponsoren und aus dem Ticketverkauf

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