Die Abschiebung von Johan ist menschenrechtswidrig

von Cumali Yağmur

Von:Eric Hellfeuer, Fußballtrainer SV Osloß e.V.

Da Deutschland ein Einwanderungsland ist, erfüllt Johan genau die Voraussetzungen, die gebraucht werden. Diese Angelegenheit muss neu bewertet und Johan umgehend eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden.

Der Fußballtrainer des SV Osloß hat eine Unterschriftenaktion gegen die Abschiebung eines 20-jährigen Vereinsmitglieds gestartet. Die Pressestelle der Samtgemeinde Boldecker Land veröffentlicht diesen Text auf Wunsch von Bürgern der Region, ohne eine rechtliche Bewertung der Situation vorzunehmen.

Jhojan Estiben Botero Salazar hält das Trikot des SV Osloß in die Kamera. Jhojan Estiben Botero Salazar ist von Abschiebung bedroht – sein Fußballtrainer will dies verhindern. © Eric Hellfeuer

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich an Sie mit der Bitte um Unterstützung durch die Medien und die Politik im Fall von Johan Estiben Botero Salazar: Warum muss ein arbeitswilliger junger Mensch, der eine konkrete Aussicht auf eine Berufsausbildung hat, abgeschoben werden?

Obwohl er einen Ausbildungsplatz gefunden hat, würde seine Abschiebung bedeuten, ihn ohne berufliche Perspektive zurückzulassen, was ein Spiel mit seiner Zukunft darstellt.

Johan ist 20 Jahre alt und lebt seit etwa zwei Jahren in Deutschland (Osloß, Niedersachsen). Er verhält sich stets höflich und respektvoll; er ist sowohl in den örtlichen Fußballverein SV Osloß e.V. als auch in das Dorfleben hervorragend integriert. Er ist nicht vorbestraft und nimmt regelmäßig am Deutschunterricht teil. Seine Sprachkenntnisse verbessern sich stetig. Johan den Zugang zu weiterer Sprachbildung zu verwehren, ist eine unmenschliche Praxis.

Ihm wurde die Chance geboten, im EDEKA-Markt in Weyhausen eine Ausbildung zum „Kaufmann im Einzelhandel“ zu absolvieren. Dies wurde in einem Vorstellungsgespräch bestätigt. Jedoch ist sein Aufenthaltsstatus abgelaufen, und der Abschiebungsbescheid ist rechtskräftig. Johan soll Deutschland am 26.08.2025 verlassen und in sein Heimatland Kolumbien zurückkehren. Er wird abgeschoben, obwohl er und seine Familie von der kolumbianischen Mafia bedroht werden.

Die zuständige Ausländerbehörde im Landkreis Gifhorn riet ihm, Dokumente für eine „freiwillige Ausreise“ zu unterschreiben, um in Kolumbien ein „Ausbildungsvisum“ beantragen zu können.

Warum muss ein arbeitswilliger Mensch erst in sein Heimatland zurückkehren, um eine Ausbildung in Deutschland beginnen zu dürfen?

Dies ist aus finanzieller, logistischer, ökologischer und humanitärer Sicht völlig unverständlich. Der Bedarf auf dem Arbeitsmarkt macht eine solche Entscheidung noch unlogischer. EDEKA in Weyhausen möchte drei Auszubildende einstellen; Johan wäre der einzige Kandidat. Aktuell gibt es keine weiteren Bewerber, und die Ausbildung soll am 01.09.2025 beginnen.

Angesichts seiner starken sozialen Bindungen, seines ehrenamtlichen Engagements im Sportverein, seiner nachgewiesenen beruflichen Zukunft und seiner sehr positiven Entwicklung in Deutschland halten wir die Abschiebungsentscheidung für unverhältnismäßig und inakzeptabel. Er hat den festen Willen, sich weiter zu integrieren, zu arbeiten und eine Ausbildung abzuschließen. Er verfügt bereits über ein soziales Umfeld in Deutschland, das ihn unterstützt und zu dem er aktiv beiträgt.

Ein Härtefallantrag beim Land Niedersachsen wurde gestellt, doch die Erwartungen sind gedämpft. Zusätzlich haben wir eine Unterschriftenaktion gestartet. Innerhalb von 14 Tagen haben wir bereits über 400 Unterschriften gesammelt:

Unterschriftenaktion • Stoppt die Abschiebung des integrierten Fußballers Johan Salazar – Gifhorn, Deutschland • Change.org

Bitte helfen Sie uns, die Behörden davon zu überzeugen, dass Johan weiterhin mit seinen Freunden in seiner neuen Heimat leben darf. Es ist eine humanitäre Pflicht, Johan die notwendige Erlaubnis zu erteilen, seine Ausbildung zu beginnen, anstatt ihn abzuschieben.

Welchen Gewinn hat Deutschland davon, einen Menschen perspektivlos zu machen und ihn abzuschieben?

Verantwortlich (v. i. S. d. P.):
Eric Hellfeuer, Fußballtrainer SV Osloß e.V.

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