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Anti-Terroreinsatz in Berlin-Mitte – BKA durchsucht Wohnung mit Spürhunden Von Die Welt

von Fremdeninfo 15 Dezember 2023
von Fremdeninfo 15 Dezember 2023
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Anti-Terroreinsatz in Berlin-Mitte – BKA durchsucht Wohnung mit Spürhunden

 Von Die Welt

Die Sicherheitsbehörden haben in Berlin, Rotterdam und Dänemark mehrere Hamas-Mitglieder festgenommen. Sie werden verdächtigt, Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Europa geplant zu haben. In Berlin-Mitte gab es am Abend eine weitere Durchsuchung.

 

Anti-Terroreinsatz in Berlin-Mitte – BKA durchsucht Wohnung mit Spürhunden © dpa/Marijan Murat

 

In Deutschland, den Niederlanden und Dänemark sind am Donnerstag nach Angaben von Sicherheitsbehörden mehrere mutmaßliche Hamas-Mitglieder festgenommen worden, die Anschläge gegen jüdische Einrichtungen in Europa geplant haben sollen. Wie der Generalbundesanwalt in Karlsruhe am Donnerstag mitteilte, wurden drei Personen in Berlin und ein weiterer Verdächtiger in Rotterdam festgenommen.

Sie seien der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung verdächtig. Den Ermittlungen zufolge sollten Waffen nach Berlin geschafft und für mögliche Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Europa bereitgehalten werden. Bei den Festgenommenen handelt es sich um die im Libanon geborenen Abdelhamid Al A. und Ibrahim El-R., um den ägyptischen Staatsangehörigen Mohamed B. sowie den niederländischen Staatsangehörigen Nazih R.

Die vier Männer sollen seit Jahren Hamas-Mitglieder sein und sich an Auslandsoperationen der Vereinigung beteiligt haben. Sie sollen „über eine enge Anbindung“ an Führungskräfte des militärischen Flügels der Hamas verfügt haben.

Abdelhamid Al A. sei von der islamistischen Hamas beauftragt worden, ein Erddepot mit Waffen in Europa ausfindig zu machen, das die Terrororganisation dort in der Vergangenheit angelegt hatte. Seine Weisungen soll er von Führungskadern der Hamas im Libanon entgegengenommen haben. Die Waffen sollten laut Bundesanwaltschaft nach Berlin verbracht werden.

Im Oktober 2023 machten sich demnach drei der Männer in unterschiedlicher Zusammensetzung mehrfach von Berlin aus auf die Suche nach den Waffen. Unterstützt wurden sie dabei von Ibrahim El-R.

WELT erfuhr aus Sicherheitskreisen, dass die Behörden die Festgenommenen seit Sommer im Visier hatten. Im Zuge der Festnahme des Trios sollen Beamte aktuell auf der Suche nach einem Waffendepot sein. Die ganze Angelegenheit zeige, wonach Europa nicht mehr nur Rückzugs-, sondern auch Aktionsraum für Hamas-Terroristen sei.

Am späten Donnerstagabend führte die Polizei nach Informationen von WELT in der Alten Jakobsstraße in Berlin-Mitte einen Anti-Terroreinsatz durch. Maskierte Beamte des BKA stürmten dabei begleitet von Hunden ein Mehrfamilienhaus. Es soll sich um die Wohnung des Beschuldigten Ibrahim El-R. handeln. Ob sich dieser noch im Objekt aufhielt, war zunächst unklar.

Festnahmen auch in Dänemark

Justizminister Marco Buschmann (FDP) bestätigte auf X den Einsatz und bedankte sich den Einsatzkräften. „Wir müssen daher alles dafür tun, damit Jüdinnen und Juden in unserem Land nicht abermals um ihre Sicherheit fürchten müssen.“ Der Zentralrat der Juden äußerte sich besorgt. Dies „zeigt in erschreckender Weise, wie akut die terroristische Bedrohung auch in Deutschland ist“, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster am Donnerstag in Berlin. „Gleichzeitig ist es beruhigend, mit welch wachem Blick die Sicherheitsbehörden jüdisches Leben in Deutschland schützen. Ihnen gilt mein Dank.“

Zuvor hatten der dänische Geheimdienst (PET) von vier Festnahmen wegen der mutmaßlichen Planung eines Terroranschlags berichtet. Drei davon seien in Dänemark erfolgt, eine in den Niederlanden. Nach Angaben des israelischen Auslandsgeheimdienstes haben auch sie Verbindungen zur Hamas.

Sie hätten im Auftrag der Terrororganisation gehandelt, teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unter Berufung auf den Auslandsgeheimdienst Mossad mit. Die Behörden hätten damit „einen Anschlag vereitelt, dessen Ziel es war, unschuldige Zivilisten auf europäischem Boden zu töten“. WELT erfuhr, dass es keine direkte Verbindung zwischen der deutschen und dänischen Zelle gebe.

Die Hamas habe „unermüdlich und intensiv daran gearbeitet, ihre tödlichen Operationen auf Europa auszudehnen“, hieß es von israelischer Seite weiter. Ziel sei, „israelische, jüdische und westliche Ziele um jeden Preis anzugreifen“. Die Hamas stelle damit „eine Bedrohung für die innere Sicherheit dieser Länder dar“.

Betätigungsverbot für Hamas in Deutschland

Seit dem Terrorangriff vom 7. Oktober nehmen Befürchtungen zu, dass es auch in Deutschland zu Anschlägen kommen könnte. Erst Anfang November hatte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) ein Betätigungsverbot für die Hamas erlassen. Außerdem sprach Faeser ein Vereinsverbot für den deutschen Ableger des palästinensischen Netzwerkes Samidoun aus.

In Deutschland geht das Bundesamt für Verfassungsschutz von rund 450 Mitgliedern der Hamas aus. Deren Aktivitäten umfassten den Erkenntnissen zufolge bisher Sympathiebekundungen und Propagandaaktivitäten sowie das Eintreiben von Spenden. Im Gegensatz zu islamistischen Terrorgruppen wie al-Qaida oder Islamischer Staat (IS) verübte die Hamas bisher keine Anschläge in westlichen Staaten, sondern ausschließlich in Israel und den Palästinensergebieten.

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