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Ramadan unter Pandemiebedingungen: Fastenbrechen online

von Fremdeninfo 22 April 2021
von Fremdeninfo 22 April 2021
314

Ramadan unter Pandemiebedingungen: Fastenbrechen online

Von

dtj-online

–

  1. April 2021

In Zeiten von Corona wird das Fastenbrechen im engsten Familienkreis begangen. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Der muslimische Fastenmonat Ramadan ist zu gewöhnlichen Zeiten eine Hochzeit für gemeinsame Fastenbrechen: Familien und Freunde, die sonst aufgrund mangelnder Zeit nicht zusammenkommen können, treffen sich, um das Fasten gemeinsam zu brechen. Sogar die deutsche Politik hat in den vergangenen Jahren die Bedeutung des Ramadans entdeckt und lädt auf höchsten Ebenen zu Fastenbrechen ein.

Doch seit letztem Jahr ist alles anders. Auch Muslim:innen müssen seitdem den Monat unter Pandemiebedingungen begehen. Um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen, sind strikte Regeln erforderlich. Dadurch kann der traditionell wichtige Aspekt des Zusammenkommens im Ramadan nicht verwirklicht werden. Zumindest nicht in Präsenz. Das findet auch Kadir Boyacı schade. „Mir fehlen die kleinen Nuancen, die einen Ramadan zum Ramadan machen“, sagt der Generalsekretär des „Bund Deutscher Dialoginstitutionen“ (BDDI): „So fehlt es mir, mit meinen engsten Freunden und Vertrauten einen dieser wunderschönen Ramadan-Abende zu verbringen. Einer dieser Abende, an denen man zusammen sitzt, nach dem gemeinsamen Fastenbrechen Tee trinkt und über Gott und die Welt philosophiert.“

Für viele Vereine und Organisationen, denen dieser Aspekt aber wichtig ist, ist das ein Alptraum. Dennoch: Den Lerneffekt hat man mitgenommen. Man hat aus der ersten Welle der Pandemie im Jahr 2020 gelernt und will diesmal alles anders machen. So auch die bundesweit sechs Vereine und Verbände für interkulturellen und interreligiösen Dialog.

Fastenbrechen via Zoom

Gemeinsam wollen sie am 22. April ein Fastenbrechen mit mehreren hundert Teilnehmer:innen aus ganz Deutschland veranstalten. Und das ganz Corona-konform. In diesen Zeiten geht das selbstverständlich nur online. Eigentlich habe man einen bundesweiten Tag des Fastenbrechens organisieren wollen, in der an unterschiedlichen Städten Deutschlands die Veranstaltung stattfinden sollte, erklärt Boyacı, der das Online-Fastenbrechen organisiert. Doch das könne nun zum zweiten Mal nicht stattfinden.

Vergangenes Jahr habe man noch nicht konkret gewusst, wie man mit der Situation umgehen solle, aber „den Tag dieses Jahr abzusagen, stand nie zur Debatte“, stellt er klar. Boyacı weiter: „Für mich und die anderen Mitorganisator:innen war von Anfang an klar, dass wir diesen Tag organisieren wollen und ihn online stattfinden lassen werden. Eher nehmen wir den Umstand einer Online-Veranstaltung in Kauf, als dass wir den Start des ,,Tags des gemeinsame Fastenbrechens‘‘ um noch ein weiteres Jahr verschieben.“

Die Resonanz sei groß. Es gebe bereits viele Zusagen. Deshalb ist sich Boyacı sicher: „Wir sind zuversichtlich, dass die Veranstaltung trotz aller Widrigkeiten ein Erfolg wird.“

Iftar, bei dem jede/r mitbringt, was er/sie will

Ein den Teilnehmer:innen vorgeschlagenes Menü gibt es zwar nicht. Vielleicht aber, so Boyacı, könne man eine Art Kochbuch zum Tag des gemeinsamen Fastenbrechens veröffentlichen. So würden die Teilnehmer:innen einen Einblick in verschiedene Kulturen bekommen.

Langfristig kann sich der BDDI eine solche Veranstaltung nicht dauerhaft online vorstellen: „Doch ich schaue mit größter Zuversicht auf die Zukunft und hoffe, dass wir so bald wie möglich wieder mit unseren Liebsten zusammen sein können.“

Wichtige Bestandteile des Ramadan nur online

Auch andere Elemente des Ramadan finden in diesem Jahr online statt. So beispielsweise die sogenannte „Muqabala“, bei der sich Muslim:innen für gewöhnlich in einer Moschee treffen und dabei den Koran lesen. Zu Corona-Zeiten verlagern viele Moscheen die Lesungen ins Digitale und übertragen sie online.

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