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Ditib nicht einverstanden: Imamausbildung in Deutschland startet

von Fremdeninfo 26 November 2019
von Fremdeninfo 26 November 2019
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Ditib nicht einverstanden: Imamausbildung in Deutschland startet

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dtj-online

Am Donnerstag ist ein bundesweites Pilotprojekt für die Ausbildung von Imamen in Deutschland angelaufen. Während der Zentralrat der Muslime in Deutschland das Projekt begrüßt, kritisiert die Ditib die Einmischung des Staates in diese Angelegenheit.

Das bundesweite Pilotprojekt für die Ausbildung von Imamen in Deutschland ist am Donnerstag angelaufen. Darüber berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“. In diesem Rahmen soll zusammen mit der Universität Osnabrück ein sogenanntes Islamkolleg gegründet werden. Das Bundesinnenministerium (BMI) erklärte laut Zeitung, es stehe in engem Kontakt mit Uni und Verbänden − „auch mit Blick auf eine angefragte mögliche Unterstützung des Modellvorhabens im Rahmen der Projektförderung“. Wie aus Unterlagen, die der Zeitung vorlägen, hervorgehe, sehe der Bund in seinem Haushalt für 2020 einen zusätzlichen Posten vor. Mit 400.000 Euro soll ein „Modellprojekt zur Ausbildung religiösen Personals islamischer Gemeinden“ finanziert werden.

In einem Trägerverein sollen Islamverbände und Einzelpersonen Mitglied werden, etwa der Zentralrat der Muslime in Deutschland. Dessen Vorsitzender Aiman Mazyek sagte der Zeitung: „Das ist die Königsdisziplin. Für uns war es immer ein großes Anliegen, dass Imame in Deutschland ausgebildet werden können.“ Dazu sollten theologische Zentren eingebunden und gleichzeitig religionsverfassungsrechtliche Vorgaben exakt eingehalten werden. Das Kolleg könne sich an der Priester- und Rabbinerausbildung orientieren. Es sei wünschenswert, dass das Projekt, das nun in Osnabrück anlaufe, andernorts modellartig übernommen werde, sagte Mazyek.

Parteiübergreifende Zustimmung

Auch aus der Politik erfährt das Projekt Zustimmung. „Das ist ein Paradigmenwechsel in der deutschen Islampolitik“, sagte die Obfrau der Grünen im Innenausschuss, Filiz Polat. Die Abgeordnete lobte die „starke Signalwirkung für muslimisches Leben in Deutschland“. Durch die Ausbildung von Imamen würden die Geistlichen finanziell und strukturell unabhängig von anderen Staaten wie der Türkei.

Zustimmung kam auch von der FDP. Es handele sich um einen wichtigen Beitrag zur Integration. „Es ist wichtig, eine Ausbildung von Imamen in Deutschland zu etablieren. Das Islamkolleg ist dafür ein guter erster Schritt“, sagte der religionspolitische Sprecher der Partei, Stefan Ruppert. „Denn wir müssen wissen, woher die Imame stammen, die in unserem Land predigen und wo sie ausgebildet wurden.“

Verein „Islamkolleg“ soll eigenständig handeln

Die Uni Osnabrück verwies darauf, dass der Verein „Islamkolleg“ eigenständig sein und nicht in der Verantwortung der Uni oder des Instituts für Islamische Theologie liegen werde. Uni-Präsidentin Susanne Menzel-Riedl begrüßte aber die Vereinsgründung. Die Absolventen des Studiums der Islamischen Theologie würden im Kolleg „optimal auf ihre künftigen Aufgaben in Moscheegemeinden“ vorbereitet. Die Uni werde dem Projekt beratend zur Seite stehen, so Menzel-Riedl.

Ditib: „Nicht Aufgabe des Staates, Imame auszubilden“

Einer der beiden größten Islamverbände Niedersachsens, der türkische Verband Ditib, äußerte sich kritisch zu den Plänen. „Es ist nicht Aufgabe des Staates, Imame auszubilden, sondern Aufgabe der Religionsgemeinschaften“, sagte der Vorsitzende von Ditib Niedersachsen und Bremen, Ali Ünlü. Er verwies darauf, dass Imame in der Türkei in ihre Aufgabe „hineinwachsen“.

Der Ditib gehören in Deutschland etwa 1000 Moscheen mit etwa der gleichen Anzahl an Imamen an. Ein großer Teil dieser Imame wird in der Türkei ausgebildet und nach Deutschland entsandt. Die Löhne der Imame werden vom türkischen Staat bezahlt. Nach ca. vier Jahren Amtszeit kehren die Imame dann zurück in die Türkei. Diese Abhängigkeit von der Türkei wurde bereits mehrfach kritisiert.

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