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BBC-Interview: AfD-Vize von Storch beleidigt Sohn von Holocaust-Überlebendem

von Fremdeninfo 7 Februar 2019
von Fremdeninfo 7 Februar 2019
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POLITIK

BBC-Interview: AfD-Vize von Storch beleidigt Sohn von Holocaust-Überlebendem

„Dann sind Sie komplett dumm.“

HuffPost / lp

Die AfD-Vizefraktionsvorsitzende Beatrix von Storch hat sich in einem Interview auf dem britischen Sender BBC mit einem jüdischen Briten in einem Streit um den Holocaust verzettelt.

In der Radiosendung “My Brexit Dilemma” wollte Reporter Adrian Goldberg der persönlichen Frage nachgehen, ob er sich vor dem Austritt seines Landes aus der EU um einen deutschen Pass bemühen sollte.

Goldberg ist der Sohn jüdischer Eltern, sein Vater kam mit dem Kindertransport in den frühen Tagen der NS-Herrschaft nach Großbritannien. Die meisten anderen seiner Verwandten wurden im Holocaust ermordet.

Von Storch konfrontierte er mit seinem Gefühl, dass die AfD eine ähnliche Ablehnung und Verfolgung von Minderheiten betreibe, wie sie vor rund 80 Jahren den Juden entgegenschlug.

► Dann kam es zum Eklat. “Wenn Sie das in eine Traditionslinie mit dem Dritten Reich stellen wollen, sind Sie komplett dumm”, wütete von Storch. “Sie sind nicht nur dumm, sondern Sie haben keine Ahnung, was damals passiert ist.”

Goldberg erklärte, er empfinde das als Beleidigung. Schließlich habe er damals nahezu seine komplette Familie verloren – nur wegen ihres Glaubens.

Doch die AfD-Politikerin machte weiter: “Wir wollen unsere Kultur bewahren!” Sie betonte, Muslime sollten “in ein islamisches Land ziehen”. “Wir sind kein muslimisches Land!” 

Das Interview machte zweierlei deutlich:

► Zum einen die unveränderte Ablehnung der AfD, die Möglichkeit der friedlichen Koexistenz verschiedener Religionen und Kulturen anzuerkennen.

► Zum anderen von Storchs völliges Fehlen von Empathie und Feingefühl im Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten und ihren jüdischen Opfern.

Das Verhältnis der AfD zum Judentum

Das Verhältnis der AfD zum Judentum ist seit jeher schwierig.

► Die rechte Partei beheimatet nicht nur Antisemiten wie den baden-württembergischen Politiker Wolfgang Gedeon. Immer wieder bedient sie sich auch – wie in der Kampagne gegen den US-amerikanischen Milliardär George Soros – antisemitischen Klischees, einzelne AfD-Politiker haben den Holocaust geleugnet.

► Zuletzt kam es zum Eklat, als die AfD-Fraktion in Bayern eine Gedenkstunde im Landtag verließ, nachdem die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, die Partei kritisiert hatte.

Und doch versuchen die Rechtspopulisten sich stets als Beschützer der Juden zu stilisieren, zuletzt wurde gar die Interessengruppe “Juden in der AfD” gegründet. Häufig der Tenor: Die wahre Gefahr für das Judentum sind die Muslime – allen voran die muslimischen Flüchtlinge in Deutschland.

Von Storch erklärte in der BBC, ihre Partei sei grundsätzlich dafür, Flüchtlingen aus Kriegsländern zu helfen. “Was wir erleben mit der großen Mehrheit von ihnen ist eine komplette Andersartigkeit der Kultur. (…) Das funktioniert nicht.”

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