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Statistik zeigt verzerrtes Bild: Sind Ausländer wirklich krimineller als Deutsche?

von Fremdeninfo 2 April 2025
von Fremdeninfo 2 April 2025
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Statistik zeigt verzerrtes Bild: Sind Ausländer wirklich krimineller als Deutsche?

Seit Jahren sind Nichtdeutsche in der Kriminalstatistik überrepräsentiert. Das heißt jedoch nicht, dass sie mehr Straftaten begehen als Deutsche. „Die Ergebnisse sind verzerrt“, sagt Kriminologin Susann Prätor und erklärt, woran das liegt.

                                    

                                   Die PKS bildet das © picture alliance / dts-Agentu

Menschen aus dem Ausland sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) auch in diesem Jahr wieder überrepräsentiert. Von insgesamt 2.184.834 Tatverdächtigen waren im vergangenen Jahr etwa 58 Prozent deutsche Staatsangehörige. Rund 42 Prozent besaßen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit – dabei machen Nichtdeutsche gerade mal knapp 17 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

Das heißt jedoch nicht, dass Ausländer krimineller sind als Deutsche. „Die Ergebnisse sind verzerrt“, sagt Susann Prätor, Soziologin und Kriminologin an der Polizeiakademie Niedersachsen. Bereinige man die Daten um verfälschende Einflüsse, liege die Zahl der von Deutschen und Nichtdeutschen begangenen Straftaten gleichauf. „Dafür lege ich meine Hand ins Feuer.“

PKS zeigt nur Teil der Realität

Die PKS erfasst ausschließlich das sogenannte Hellfeld – also Straftaten, die polizeilich registriert wurden. „Dieses Bild ist unvollständig“, sagt Prätor, „denn die Daten hängen stark von der Anzeigebereitschaft der Bevölkerung ab, die je nach Delikt variiert.“ Die Bevölkerung zeige zudem Straftaten von Ausländern ungefähr doppelt so häufig an. Menschen, die als „fremd“ wahrgenommen würden, gerieten statistisch öfter ins Visier – bei identischer Tatlage. Erfolge nach der Anzeige ein Freispruch vor Gericht, würde das in der PKS ebenfalls nicht vermerkt.

Gefühlte Kriminalität: Wird es wirklich immer schlimmer?

Wolle man die Zahl deutscher und ausländischer Tatverdächtiger vergleichen, müsse man außerdem die „ausländerrechtlichen Verstöße“ abziehen: also die Delikte, die nur Ausländer begehen können, wie etwa Verstöße gegen das Asylrecht.

„Hinzu kommt, dass es sich bei den Nichtdeutschen um eine heterogene Gruppe handelt“, sagt Prätor. Sie umfasse Touristinnen und Touristen, Menschen aus den USA ohne deutsche Staatsbürgerschaft, ebenso wie aus Syrien, oder auch Personen, die gezielt einreisten, um Straftaten zu begehen und das Land danach wieder verließen. „Das einzige verbindende Merkmal ist der fehlende deutsche Pass“, sagt Prätor. Überdies gebe es kaum Überschneidungen.

Sozialstrukturelle Aspekte entscheidend

Das sogenannte Dunkelfeld – also nicht polizeilich erfasste Straftaten – zeigt laut Prätor ein differenzierteres Bild. „Berücksichtigt man sozialstrukturelle Faktoren“, sagt sie, „relativiert sich das Ergebnis der PKS“. Zu diesen Faktoren zählten Armut, geringere Bildung, Gewaltopfererfahrungen, Fluchttraumata oder der Wohnort. „Viele Nichtdeutsche leben in Ballungsräumen mit erhöhter Kriminalitätsbelastung.“ Oft sei dort auch die Polizeipräsenz erhöht und wo gezielt ermittelt werde, würden auch mehr Straftaten aufgedeckt. Hinzu komme, dass in der nichtdeutschen Bevölkerungsgruppe überdurchschnittlich viele junge Männer lebten. Männer im jungen Erwachsenenalter zeigten jedoch in allen Gesellschaften die höchsten Kriminalitätsraten.

„Bereinigt man die Daten um all diese Aspekte, zeigt sich eindeutig: Es gibt keinen signifikanten Unterschied zwischen der Kriminalität von Deutschen und Nichtdeutschen.“ Prätor empfiehlt stattdessen einen Blick auf die Gewaltdelikte Nichtdeutscher im Verhältnis zur Gesamtgruppe nichtdeutscher Menschen in Deutschland. Dort liege der Anteil sogar bei unter einem Prozent

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