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In Berlin wird eine Grundschule mit kurdischem Bildungsangebot eröffnet

von Fremdeninfo 21 Juni 2026
von Fremdeninfo 21 Juni 2026
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In Berlin wird die Rıza-Baran-Grundschule eröffnet, in der Unterricht auf Kurdisch und Deutsch erteilt wird. Der Vorsitzende von YEKMAL, Günay Darıcı, erklärte: „Unsere Schule wird eine bedeutende Rolle für die kurdische Sprache spielen.“

Der Verein der Familien aus Kurdistan in Deutschland (YEKMAL) bereitet sich auf einen weiteren wichtigen Schritt im Bereich der kurdischsprachigen Bildung vor. YEKMAL wird in der Hauptstadt Berlin, in der mehr als 100.000 Kurden leben, eine Grundschule eröffnen, die bilingualen Unterricht auf Kurdisch und Deutsch anbietet.

Die Schule wird nach dem kurdischen Pädagogen und Politiker Rıza Baran benannt, der 1942 in Kırşehir geboren wurde und am 4. Mai 2020 in Berlin verstarb. Die erforderlichen Genehmigungen der zuständigen Behörden wurden bereits eingeholt, und die Vorbereitungen sind weitgehend abgeschlossen. Der Schulbetrieb soll voraussichtlich im Schuljahr 2027-2028 aufgenommen werden.

Kinder, die diese Schule besuchen, werden – wie an anderen in Deutschland tätigen Schulen auch – einen staatlich anerkannten Abschluss erhalten. Nach ihrer Grundschulzeit können die Schüler ihren Weg an weiterführenden Schulen (Sekundarstufe I und II) fortsetzen.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Mezopotamya (MA) erklärte Günay Darıcı, Geschäftsführer von YEKMAL, dass sie seit vielen Jahren für die Vermittlung und Weiterentwicklung der kurdischen Sprache arbeiten. Darıcı sagte: „Sprache, Kultur, Identität und Kunst spielen eine fundamentale Rolle beim Schutz der gesellschaftlichen Existenz. In diesem Rahmen haben wir 2014 in Berlin den ersten deutsch-kurdischen bilingualen Kindergarten (Baxçeyên Zarokan) eröffnet. Unser zweiter Kindergarten nahm 2018 den Betrieb auf. Auch die Familien lernen mittlerweile Kurdisch und sprechen in ihren Häusern ihre Muttersprache. Aufgrund des großen Interesses haben wir beschlossen, im Jahr 2027 eine Grundschule in der deutschen Hauptstadt zu eröffnen.“

Darıcı berichtete zudem von zahlreichen Gesprächen mit den Vertretern des Berliner Senats: „Kurdisch wird in der deutschen Hauptstadt zu einer Beispielsprache werden. Die Kurden in Europa haben sich in jeder Hinsicht weiterentwickelt. Sie sind mit ihrer Sprache und Kultur zu einem festen Bestandteil dieser Gesellschaft geworden. Eine Sprache dient nicht nur dem Sprechen und Verstehen; sie bedeutet auch, in dieser Sprache Bildung zu erhalten, zu lehren, zu schreiben und zu lesen. Schulen sind dafür die wichtigsten Orte.“

Abschließend fügte Darıcı hinzu: „Eine Sprache bleibt unvollständig, wenn sie nur gesprochen und verstanden wird. Wir möchten dies vervollständigen. Die Verwendung der Sprache in Schulen wirkt ergänzend. Unsere Schule wird eine große Rolle für das Kurdische spielen.“ Das Ziel sei eine Schule, in der Kurdisch und Deutsch auf Augenhöhe vermittelt werden: „In Berlin wird es eine bilinguale Ausbildung von der ersten bis zur sechsten Klasse geben. Unser Ziel ist es, den Unterricht nicht nur bis zur sechsten Klasse, sondern bis zum Abitur zu führen. Wir hoffen zunächst auf die Eröffnung der Grundschule. Wir möchten klein anfangen und unsere Arbeit Schritt für Schritt ausbauen.“

 

WER IST RIZA BARAN?

Rıza Baran studierte ab 1963 in Deutschland. Ab 1970 lebte er in Berlin und arbeitete als Lehrer an einer Berufsschule. Im Jahr 1971 gehörte er zu den Mitbegründern des ersten Ausländerbeirats in der Bundesrepublik Deutschland. Er engagierte sich aktiv in verschiedenen Organisationen, darunter im Verein kurdischer Eltern (Yekmal e.V.) und in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Von 1992 bis 1995 war er als Vertreter der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung Kreuzberg tätig. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im Jahr 1995 schrieb er Geschichte, als er als erster Migrant per Direktmandat gewählt wurde; dieses Amt übte er bis 1999 aus. Von 2001 bis 2006 war er Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg. Er verstarb am 4. Mai 2020 in Berlin.

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