Süleyman Konyali
Cem Özdemir ist einer der bekanntesten Politiker der Partei Bündnis 90/Die Grünen in Deutschland. Als Kind einer türkischstämmigen Familie wuchs er in Deutschland auf und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer der einflussreichsten politischen Figuren des Landes. Er ist zudem als einer der ersten türkischstämmigen Politiker bekannt, die ein Ministeramt in Deutschland übernommen haben. Durch seinen Erfolg bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg im Jahr 2026 rückte er erneut ins Zentrum der Bundespolitik.
Kindheit und Familie
Cem Özdemir wurde am 21. Dezember 1965 in Bad Urach im Bundesland Baden-Württemberg geboren. Seine Eltern gehörten zu den Arbeitsmigranten, die aus der Türkei nach Deutschland kamen.
Sein Vater, Abdullah Özdemir, stammte aus einer tscherkessischstämmigen Familie aus dem Bezirk Pazar in der Schwarzmeerregion Rize. Er kam 1963 als Arbeiter nach Deutschland und war in Textil- und Industriefabriken tätig.
Seine Mutter, Nihal Özdemir, wurde in Istanbul geboren. Nach ihrer Einwanderung nach Deutschland arbeitete sie viele Jahre lang als Schneiderin.
Cem Özdemir bezeichnet sich selbst oft als „anatolischen Schwaben“. Er betont zudem offen, dass er seit seiner Jugend Vegetarier ist.
Ausbildung und erste Berufe
Nach seinem Realschulabschluss in Deutschland orientierte sich Özdemir beruflich im sozialen Bereich.
1987 schloss er seine Ausbildung zum Erzieher ab. Danach setzte er seinen Bildungsweg fort und erwarb ein Diplom im Bereich Sozialpädagogik.
Bevor er in die Politik ging, arbeitete er eine Zeit lang als Erzieher und Journalist.
Einstieg in die Politik
Cem Özdemir trat bereits in jungen Jahren in die Politik ein.
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1981 trat er den Grünen bei.
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1994 zog er in den Deutschen Bundestag ein und wurde einer der ersten Abgeordneten türkischer Herkunft.
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Zwischen 1994 und 2002 war er Mitglied des Bundestages.
Im Jahr 2002 trat er aufgrund einer Kredit-Affäre von seinen Ämtern in der Parteiführung zurück. Er setzte seine politische Karriere jedoch fort und war von 2004 bis 2009 Abgeordneter des Europäischen Parlaments.
Führung der Grünen
Im Jahr 2008 wurde er zum Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen gewählt. Dieses Amt übte er fast zehn Jahre lang aus und wurde zu einer zentralen Figur innerhalb der Partei.
2013 zog er erneut in den Deutschen Bundestag ein.
Bei der Bundestagswahl 2021 gewann er das Direktmandat in seinem Stuttgarter Wahlkreis mit einem hohen Stimmenanteil.
Amtszeit als Minister
In der 2021 gebildeten Bundesregierung übernahm er das Amt des Landwirtschaftsministers. Damit wurde er einer der ersten türkischstämmigen Politiker, die auf Bundesebene ein Ministerium leiteten.
Im Jahr 2024 übernahm er für kurze Zeit auch das Amt des Bildungsministers.
Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026
Cem Özdemir trat 2026 als Spitzenkandidat für das Amt des Ministerpräsidenten bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg an.
Bei der Wahl am 8. März 2026 erzielten die Grünen ein bedeutendes Ergebnis, wodurch Özdemir erneut zu einem der mächtigsten Akteure in der deutschen Politik wurde.
Privatleben
Cem Özdemir heiratete 2003 die argentinische Journalistin Pia Castro. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor. Das Paar trennte sich im Jahr 2023.
Später ging Özdemir eine Beziehung mit der kanadischen Juristin Flavia Zaka ein; sie heirateten im Februar 2026.
Allgemeine Bewertung
Cem Özdemir, der als Kind einer Migrantenfamilie in Deutschland aufwuchs, hat sich über die Jahre zu einer bedeutenden Persönlichkeit der Landespolitik entwickelt. Er ist als Politiker bekannt, der mit seinen Ansichten zu Migration, Minderheitenrechten und Demokratie sowohl Unterstützung findet als auch Debatten auslöst.