Club vor dem Aus: Frankfurt soll Millionen für Kauf ausgeben – CDU reagiert fassungslos
Artikel von Christoph Manus / F.R.
Aus nach 64 Jahren?
Im Frankfurter Römer gibt es viel Bereitschaft, dem Club Voltaire zu helfen. Grüne und Linke unterstützen den Vorschlag, dass die Stadt das von ihm genutzte Haus kauft. Die CDU nennt die Idee dagegen absurd.
Frankfurt – Die Stadt Frankfurt sollte, um die Existenz des Club Voltaire zu sichern, den Kauf der Immobilie in der Kleinen Hochstraße prüfen, den der linke Treffpunkt nutzt. Dafür werben die Grünen im Römer. Sollte der Erwerb nicht möglich sein, sollte die Stadt nach Vorstellungen der Fraktion mit dem neuen Eigentümer des Hauses eine Übereinkunft verhandeln, mit dem Ziel, dass der Club dieses weiterhin nutzen kann. „Gerade in einer Zeit, in der Demokratie und Freiheitsrechte bedroht sind, stehen die Stadt Frankfurt und die Stadtgesellschaft in der Pflicht, den Club Voltaire als unverzichtbaren Ort des politischen Diskurses zu retten“, sagte Uwe Paulsen, der kulturpolitische
Mietvertrag des Club Voltaire in Frankfurt läuft Ende des Jahres aus
„Der Club Voltaire muss bleiben“, fordert auch Michael Müller, Fraktionschef der Linken im Römer. Die Stadt müsse jetzt „unmittelbar“ auf die Eigentümer zugehen mit dem Ziel, das Gebäude zu kaufen. Die Fraktion kündigt einen Haushaltsantrag zur Sicherung der Einrichtung an.
Dem Club Voltaire droht nach fast 64 Jahren das Aus, weil der Mietvertrag für das Haus nahe der Freßgass Ende des Jahres ausläuft und es verkauft werden soll. Der Trägerverein hofft nicht zuletzt auf die Stadt Frankfurt. Die Stadtregierung hat auch rasch Unterstützung signalisiert. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) sprach sich schon am Donnerstag für einen Kauf der Immobilie aus.
Die CDU im Römer zeigt sich fassungslos. „Wirklich? Die SPD-Vorsitzende und Kulturdezernentin Ina Hartwig will Millionen ausgeben, um für den Club Voltaire eine Immobilie zu kaufen? Während viele Kulturbetriebe in Frankfurt jeden Euro 3-mal umdrehen, weil die Förderung zu knapp wird?“, fragt Partei- und Fraktionschef Nils Kößler. Das sei „absurd“.