Cem Özdemir gewinnt die Landtagswahl in Baden-Württemberg
Von: Cumali Yağmur
Nachdem Cem Özdemir der erste Bundestagsabgeordnete mit Migrationshintergrund geworden war, übernahm er Mandate im Europäischen Parlament, erneut im Bundestag und wurde schließlich der erste Bundeslandwirtschaftsminister mit Migrationshintergrund. Nun ist er der erste Ministerpräsident von Baden-Württemberg mit Migrationsgeschichte.
Cem Özdemir, der in vielen Bereichen Pionierarbeit geleistet hat, ist ein Parteifreund, den ich seit seiner Jugend kenne. Gemeinsam haben wir die Gruppe „Immi-Grün“ (Migranten-Grüne) gegründet und konnten erreichen, dass Migranten gegenüber der Grünen Partei sensibilisiert wurden. Als die Zeitschrift Fremdeninfo herausgegeben wurde, verfasste Cem Özdemir zahlreiche Artikel für sie.
Für die Grünen sind Migrations- und Flüchtlingsfragen – im Gegensatz zu anderen bürgerlichen Parteien – eine „rote Linie“ (von zentraler Bedeutung).
Cem Özdemir ist ein sehr fleißiger Politiker, der über eine starke Rhetorik verfügt, ein exzellenter Redner ist und die Massen beeinflussen kann. Da er ursprünglich aus dem Journalismus kommt, pflegt er sehr gute Beziehungen zur Presse und hat eine vertrauenswürdige Ausstrahlung, die die Unterstützung der Bevölkerung gewinnt. Er war stets die Stimme und das Ohr der Migranten und hat harte Kämpfe gegen Rassismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit geführt.
Gleichzeitig ist er ein sehr arbeitsamer und tief erfahrener Politiker, der die ihm übertragenen Aufgaben stets mit Erfolg erfüllt hat.
Die CDU führte während des Wahlkampfs eine schmutzige Kampagne gegen Cem Özdemir, blieb jedoch erfolglos.
In seiner Erklärung sagte Özdemir: „Ich werde der Ministerpräsident für alle sein – sowohl für diejenigen, die mich gewählt haben, als auch für diejenigen, die mich nicht gewählt haben. Ich werde den Auftrag, den mir die Wähler gegeben haben, gebührend erfüllen. Ich war drei Jahre lang Bundeslandwirtschaftsminister; ich weiß sehr genau, was zu tun ist und wie man es angeht.“
Wahlergebnisse:
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Grüne: 30,2 %
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CDU: 29,7 %
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AfD: 18,8 %
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SPD: 5,5 %
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Die Linke: 4,4 % (an der Hürde gescheitert)
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FDP: 4,4 % (an der Hürde gescheitert)
Der Landtag besteht aus 120 Sitzen, wobei Überhangmandate sind 80 Nach den aktuellen Ergebnissen werden die Grünen mit 56, die CDU mit 56, die AfD mit 35 und die SPD mit 10 Abgeordneten im Parlament vertreten sein.