• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Startseite Allgemein

Correctiv skandalisiert Forschungsprojekt von Ahmad Mansour

von Fremdeninfo 10 November 2025
von Fremdeninfo 10 November 2025
Angegriffen für ein Projekt, das gar nicht von ihm geleitet wird: Ahmad Mansour © Picture Allianc
584

Artikel von Thomas Thiel/ Faz

Die Rechercheplattform Correctiv hat wieder einmal einen Fund gemacht. Die Bundesregierung, so die Enthüllung, hat ein Forschungsprojekt des Islamismusexperten Ahmad Mansour bewilligt, obwohl Gutachter es im ersten Anlauf negativ bewertet haben. Das skandalisierte Projekt namens „Dis-ident“ wird vom Bundesforschungsministerium seit Juli mit rund neun Millionen Euro gefördert und ist dem Kampf gegen Antisemitismus in Schulen gewidmet. Träger ist die vom Ehepaar Beatrice und Ahmad Mansour geleitete Firma „Mind Prevention“, beteiligt sind fünf Universitäten, die am Antrag mitschrieben, aber unabhängig von Mansour ihre Forschung betreiben. Die Universitätsforscher sollen die Wirksamkeit der Antisemitismusprävention von „Mind Prevention“ untersuchen, das daraus wiederum praktische Folgerungen für die Präventionsarbeit ableitet. Ahmad Mansour ist ein bekannter Islamismusexperte und eine Reizfigur in Kreisen, die Islamismus für ein kleineres Problem halten, als Mansour das tut. Nur ist er gar nicht Leiter des Projekts, sondern seine Ehefrau Beatrice. Warum wird dies von Correctiv konsequent ignoriert, obwohl es im Antrag so ausgewiesen ist? Vermutlich weil die Sache sonst niemanden interessiert hätte. Bei näherer Hinsicht ist der Skandalgehalt gering.

Das Recherchekollektiv kritisiert, das damals noch von der FDP geführte Bundesforschungsministerium habe das Projekt gegen wissenschaftlichen Rat ohne kompetitives Verfahren durchgewinkt, nachdem es von einem FDP-Politiker im Haushaltsausschuss dazu aufgefordert worden sei. Einen begutachteten Antrag hat Mansour jedoch gestellt. Drei Gutachter monierten, die Projektskizze werfe einen „defizitorientierten Blick auf Menschen mit Migrationsbiografien und muslimischer Religiosität“ und basiere auf der Vorannahme, in einem muslimischen Kulturkreis seien antisemitische Einstellungen „per se gegeben“.

Wissenschaftlich abgesichertes Faktum ist, dass Antisemitismus in muslimischen Ländern und in Europa unter Muslimen stark ausgeprägt ist. Empirisch belegt ist auch, dass israelbezogener Antisemitismus unter Migranten aus dem arabischen und türkischen Raum überproportional verbreitet ist. Vor diesem Hintergrund ist es für eine Studie, die den Zusammenhang von Antisemitismus und islamistischer Radikalisierung untersucht, sinnvoll, gezielt muslimische Jugendliche anzusprechen, solange sie dies nicht ausschließlich tut. Daneben kritisierten die Gutachter an der ersten Skizze zu Recht andere Dinge wie die mangelhafte Berücksichtigung des Forschungsstands oder die unklare Arbeitsteilung zwischen den Projektpartnern. Im Ganzen beurteilten sie das Projekt als nicht förderungswürdig.

Suggestive Berichterstattung

Auf Forderung des Ministeriums reichte Beatrice Mansour gemeinsam mit den beteiligten Wissenschaftlern einen zweiten, deutlich umfangreicheren Antrag ein, der die Monita einarbeitet und schon am Tag nach der Einreichung unter der Auflage vorläufig bewilligt wurde, die weiteren Em­pfeh­lungen der Gutachter einzuarbeiten – kurz darauf wären die Mittel verfallen. Zu einer zweiten Prüfung kam es jedoch nicht, weil die Gutachter diese mit dem Argument ablehnten, die Vorarbeiten seien schon zu weit fortgeschritten. Sie drangen stattdessen auf eine externe Evaluation und Qualitätssicherung. Das Ministerium erfüllte beide Forderungen. Wo ist der Skandal?

Correctiv reicht die Frage an einen Soziologieprofessor mit Expertise für interpretative Methoden weiter, der die im zweiten Antrag detailliert beschriebene Methodik ohne nähere Angabe von Gründen „nebulös“ findet. Außerdem kritisiert er die fehlende Aufklärung über Teilnahmebedingungen und Datenverarbeitung. Die ausführlichen Bestimmungen dazu im Forschungsantrag hat er wohl überlesen. Schwer wiegt sein im Artikel ebenfalls unbelegt bleibender Vorwurf, das Forschungsdesign sei nicht ergebnisoffen; er richtet sich in erster Linie an die beteiligten Universitäten. Einmal wagt die Correctiv-Autorin sogar eine Art eigenes Urteil: Zur vorgesehenen ethischen Prüfung des Projekts durch die Deutsche Gesellschaft für Psychologie merkt sie an, dass diese nicht, wie üblich, schon vor der Bewilligung erfolgt sei. Eine generelle Pflicht dazu gibt es allerdings nicht. Die Anmerkung ist nicht explizit als Vorwurf formuliert, soll aber wohl so verstanden werden.

Das wirft ein Schlaglicht auf die journalistische Vorgehensweise. Der Correctiv-Beitrag ist suggestiv und voreingenommen. Ahmad Mansour wird mit Zitaten, deren Wahrheitsgehalt nicht diskutiert wird, als Problemfigur eingeführt. Wissenschaftler werden als unumstößliche Autoritäten für Fragen eingeführt, in denen sie keine besondere Expertise haben. Ihr Urteil wird auch dann als Beweis angeführt, wenn es nicht begründet wird oder sich nicht bestätigt.

Es ist auch nicht unüblich, dass Förderprojekte trotz negativer Gutachten oder ohne Wettbewerb im Eilverfahren bewilligt werden, auch wenn dies kritisch zu sehen ist. Der Soziologe Ruud Koopmans weist darauf hin, die Gründung des Deutschen Zentrums für Integrations- und Mi­grationsforschung sei ebenfalls ohne Ausschreibung beschlossen worden, der dort angesiedelte millionenschwere Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitor sogar ohne Gutachten, was das Bundesfamilienministerium auf Nachfrage bestätigt. Das Zentrum verfolgt allerdings einen anderen Ansatz in der Integrationsforschung als das Ehepaar Mansour und dürfte von kritischen Recherchen verschont bleiben. Oder sollten in dieser Richtung weitere spektakuläre Enthüllungen aus dem Hause Correctiv zu erwarten sein?

In der von den Mansours betriebenen Forschung stellt sich das Gutachterpro­blem in spezieller Weise. Es ist kein Geheimnis, dass Projekte, die sich kritisch mit Islamismus befassen, in der damit befassten Wissenschaft einen schweren Stand haben. Oft wird die Schuld für Antisemitismus bei Muslimen standardmäßig der diskriminierenden Mehrheitsgesellschaft zugeschrieben, was schon deshalb nicht stimmen kann, weil er auch außerhalb Deutschlands stark verbreitet ist, und was oft dazu führt, dass die tieferen Ursachen unerforscht bleiben. Beatrice und Ahmad Mansour, die auf religiöse und kulturelle Quellen von Antisemitismus hinweisen, sind in diesem Schema hinderlich und müssen niedergehalten werden. Die von ihnen angesprochenen Probleme werden ausgeblendet und wachsen, was angesichts des grassierenden Antisemitismus unverantwortlich ist. Dass eine Plattform wie Correctiv dem Vorschub leistet, ist keine Überraschung, bringt der angeblich dadurch geschützten Demokratie in Wirklichkeit aber Schaden.

Teilen FacebookTwitterWhatsappEmail
Fremdeninfo

Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

vorheriger Beitrag
Dimensionen des internationalen Kampfes gegen rechts- und religiös motivierten Terrorismus
nächster Beitrag
Wir protestieren gegen die zunehmenden Festnahmen und Zensurmaßnahmen gegen die oppositionelle und freie Presse

Ähnliche Beiträge

Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin

20 September 2026

  Türkei geht gegen gegen bekannte LGBT-Vereine im Land vor

20 September 2026

Spät gelesene Werke

19 September 2026

EIN DEMOKRATISCHES LEBEN KANN AUS DEN VERWESENDEN LEICHNAMEN DER KOLONIALISTEN UND AUTOKRATEN ERSTEHEN

19 September 2026

Aufforderung des Europarates zur „umgehenden Freilassung“ von Yüksekdağ und Demirtaş

19 September 2026

ALLES GUTE AUF DEINEM WEG, ELIF ERALP!

18 September 2026

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?

    28 April 2026
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin

    20 September 2026
  •   Türkei geht gegen gegen bekannte LGBT-Vereine im Land vor

    20 September 2026
  • Häusliche Gewalt trägt kein Kopftuch

    20 September 2026
  • Spät gelesene Werke

    19 September 2026
  • EIN DEMOKRATISCHES LEBEN KANN AUS DEN VERWESENDEN LEICHNAMEN DER KOLONIALISTEN UND AUTOKRATEN ERSTEHEN

    19 September 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Spät gelesene Werke

19 September 2026

Neueste Artikel

  Türkei geht gegen gegen bekannte LGBT-Vereine im Land vor
20 September 2026
Häusliche Gewalt trägt kein Kopftuch
20 September 2026
Spät gelesene Werke
19 September 2026

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?
28 April 2026
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung