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Islamischer Religionsunterricht: Hessen beendet Zusammenarbeit mit Ditib

von Fremdeninfo 1 Mai 2020
von Fremdeninfo 1 Mai 2020
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Islamischer Religionsunterricht: Hessen beendet Zusammenarbeit mit Ditib

Wie geht es mit dem Islamunterricht an hessischen Schulen weiter? Die Landesregierung beendet die Zusammenarbeit mit dem türkischen Moscheeverband Ditib. 

© Frank Rumpenhorst/dpa

Die Zukunft des islamischen Religionsunterrichts in Hessen stand lange Zeit auf der Kippe. Nun ist eine Entscheidung gefallen. 

  • Der Islamunterricht an hessischen Schulen stand jahrelang wegen eines Konflikts mit dem türkischen Moscheeverband Ditib auf der Kippe.
  • Die Landesregierung hat am Dienstag (28.04.2020) mitgeteilt, dass die Zusammenarbeit mit dem Verband beendet wird. 
  • Der islamische Religionsunterricht in Hessen wird von nun an in Eigenregie des Landes ausgeführt. 

Wiesbaden – Die hessische Landesregierung beendet beim islamischen Religionsunterricht die Zusammenarbeit mit dem türkischen Moscheeverband Ditib. Die Zweifel an der grundsätzlichen Unabhängigkeit von Ditib von der türkischen Regierung hätten nicht ausgeräumt werden können, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Dienstag (28.04.2020) in Wiesbaden. 

Lorz sagte, die Regierung habe sich bewusst entschieden, die eingegangene Partnerschaft vorerst nicht zu widerrufen, sondern auszusetzen. Somit bestehe die Möglichkeit für Ditib, seine Strukturen zu ändern.

Entscheidung gefallen: Islamischer Religionsunterricht in Hessen künftig ohne Ditib

Im Jahr 2013 hat Hessen bei der Einführung des islamischen Religionsunterrichts den türkischen Moscheeverband Ditib als Verbündeten ausgewählt. Die Zusammenarbeit steht schon viele Jahre auf der Kippe. Wegen „zu großer Nähe zum türkischen Staat“. Der Verband Ditib steht in der Kritik, weil er als verlängerter Arm der türkischen Regierung von Recep Tayyip Erdogan gilt, die ihren Kampf gegen Regimegegner seit einem Putschversuch im Jahr 2016 mit harter Hand führt. Der hessische Landesverband wehrt sich gegen solche Vorwürfe und beteuert seine Unabhängigkeit. 

Darauf folgen Auflagen für den Verband und lange andauernde Prüfungen. Anfang letzten Jahres sollte dann eine Entscheidung fallen – Wieder einmal. Damals hielt der Konflikt* bereits seit zwei Jahren an. Damit hing die Zukunft des islamischen Religionsunterrichts in Hessen über Jahre viele in der Luft. 

Jetzt könnte noch einiges auf das Land Hessen zukommen. Ditib hatte Ende 2019 angekündigt, dass es in Betracht gezogen werde gegen das Land Hessen zu klagen, sollte die Zusammenarbeit beim islamischen Religionsunterricht beendet werden. 

Beendigung der Zusammenarbeit mit Ditib: Wie sieht der Islamunterricht in Hessen zukünftig aus?

Ab dem nächsten Schuljahr 2020/2021 werde also der bekenntnisorientierte muslimische Religionsunterricht nur noch mit dem kleineren Partner Ahmadiyya erteilt, sagte Lorz. Außerdem werde das Land den Islamkundeunterricht in eigener Verantwortung ausbauen, der bisher als befristeter Modellversuch eingeführt wurde. Dafür würden die in der Kooperation mit Ditib eingesetzten Lehrer fortgebildet.

Der neue Islamunterricht in Eigenregie des Landes wird bereits in sechs Schulen in Hessen angeboten. Nach dem Aus der Zusammenarbeit mit dem türkischen Moscheeverband Ditib soll dieser Islamunterricht in die 62 Standorte überführt werden, an denen derzeit Ditib- Religionsunterricht erteilt wird. Der Islamunterricht in alleiniger staatlicher Verantwortung wird damit im kommenden Schuljahr rund 3300 Schülern in den Jahrgangsstufen eins bis acht angeboten.

Islamunterricht in Hessen wird sich verändern

Die insgesamt 120 Pädagogen sind alle staatliche Lehrkräfte und unterrichten das Fach jeweils auf Deutsch. Während es beim bekenntnisorientierten Islamunterricht um nur reine Glaubensvermittlung geht, wird beim Unterrichtsangebot des Landes auf die Vermittlung von Wissen über den Islam geachtet.

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