Von: Avrupa Demokrat
In der 8. ordentlichen Generalversammlung der Konföderation der Aleviten Gemeinden in Europa (AABK), die im Cemevi in Bühl stattfand, wurde betont, dass der alevitische Glaube ein uralter und eigenständiger Weg ist. Während der Generalversammlung wurde zu einem gemeinsamen Kampf gegen Assimilations- und Verleugnungspolitik aufgerufen und die tragende Rolle von Frauen und Jugendlichen innerhalb der alevitischen Bewegung unterstrichen.
Die Konföderation der Aleviten Gemeinden in Europa (AABK) hielt ihre 8. ordentliche Generalversammlung vom 31. Januar bis zum 1. Februar 2026 im deutschen Bühl ab. Nach zweitägigen Debatten wurde ein 15-köpfiger Vorstand gewählt, bestehend aus Vertretern der Föderationen verschiedener Länder. Im Anschluss an die Versammlung wurde eine Abschlusserklärung veröffentlicht.
BETONUNG VON EINHEIT UND GEMEINSAMEM KAMPF
Auf der Generalversammlung wurde erneut hervorgehoben, dass die historische, glaubensbezogene und politische Einheit zwischen der alevitischen Organisierung in Europa und der alevitischen Bewegung in der Türkei unverzichtbar ist.
Die AABK wies auf die Notwendigkeit einer gemeinsamen und starken Front gegen den langjährigen und in jüngster Zeit verschärften staatlichen Druck sowie gegen die Assimilations- und Verleugnungspolitik in der Türkei hin. Es wurde betont, dass Angriffe auf alevitische Organisationen über staatlich geschaffene oder unterstützte „Scheinstrukturen“ (Paravan-Strukturen) inakzeptabel seien, und die Gemeinschaft wurde aufgerufen, ihre organisierte Struktur zu verteidigen.
KLARE HALTUNG GEGEN ASSIMILATIONSPOLITIK
Hinsichtlich der Maßnahmen der beim Ministerium für Kultur und Tourismus angesiedelten „Präsidentschaft für alevitisch-bektaschitische Kultur und Cemevis“ wurde festgestellt, dass dieser Prozess eine offene Assimilationspolitik darstellt. In der Abschlusserklärung wurde die Position der AABK deutlich formuliert:
„Das Alevitentum ist ein uralter, authentischer und unabhängiger Glaube. Es ist kein Unterpunkt irgendeiner politischen Macht, staatlichen Institution oder eines anderen Religionsverständnisses. Der Cem ist unser Gottesdienst, Cemevis sind unsere Gebetsstätten.“
Die Generalversammlung beschloss zudem, den organisierten Widerstand gegen das „Bildungsmodell des Jahrhunderts der Türkei“ des Bildungsministeriums zu verstärken, welches ein monistisches und ideologisches Bildungsverständnis institutionalisieren will. Es wurde betont, dass es eine gesellschaftliche Verantwortung sei, sich gegen dieses Modell zu stellen, das alevitische Kinder zur Assimilation zwingt.
AUFRUF GEGEN RASSISMUS, DISKRIMINIERUNG UND HASSREDE
In der Erklärung wurde auch auf den in Europa zunehmenden Rassismus, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Hassreden hingewiesen. Diese Entwicklungen stellten nicht nur eine Bedrohung für Aleviten, sondern für alle gesellschaftlichen Schichten dar. Die AABK bekräftigte ihre Entschlossenheit, demokratische Errungenschaften zu verteidigen und die internationale Solidarität auszuweiten.
Des Weiteren wurde die Annahme einer aktiven Kampflinie gegen Genozid, Unterdrückung und systematische Gewalt gegenüber Aleviten, Kurden, Drusen, Christen und anderen Völkern in Syrien verkündet. Die AABK erklärte, dass sie mit all ihren politischen, diplomatischen und organisatorischen Möglichkeiten gegen diese Angriffe Widerstand leisten werde.
Die Schwerpunkte des Kampfes für die kommende Periode wurden wie folgt festgelegt:
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Die Angriffe auf Aleviten in der internationalen Öffentlichkeit sichtbar machen.
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Stärkung rechtlicher, politischer und diplomatischer Initiativen vor internationalen Menschenrechtsmechanismen.
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Entschlossene Verteidigung der legitimen Forderungen der alevitischen Gemeinschaft.
(PİRHA)