As-Ka-Do mit Anti-Rassismus-Kampagne
Artikel von Marvin Wibbeke/ RP-Online.de
Hückelhoven. Für das Thema zu sensibilisieren, ist in der DNA des Vereins tief verankert, sagt Kaan Cevahir. Der Verein sucht über die sozialen Medien Mitstreiter.
As-Ka-Do will die Macht der Stimme demonstrieren. ⇥ © As-Ka-Do
Schon eine einzelne Stimme kann mächtig sein. Das Zünglein an der Waage kann entscheiden über Sieg oder Niederlage. Eine einzelne Stimme kann aber auch schnell untergehen und überhört werden. Auch dann, wenn sie eigentlich etwas Wichtiges zu sagen hat, das viele Menschen hören sollten. Wenn nur eine Stimme diese Botschaft mitteilt, besteht diese Gefahr. Wenn aber viele Stimmen gleichzeitig mit eben dieser Botschaft erklingen, wird deutlich, wie viel Macht gemeinschaftlich erzeugt werden kann.
Die Macht der Stimme möchte nun auch der Hückelhovener Sportverein As-Ka-Do nutzen. Denn der Verein hat eine Anti-Diskriminierungs-Kampagne gestartet. „Denk‘ nicht so!“ heißt diese Kampagne, die über ein Video in den sozialen Medien an die Öffentlichkeit gegangen ist. In der ersten Sequenz des Videos sieht man Kaan Cevahir, den stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins. Mit verschränkten Armen und ernstem Blick schaut er in Richtung Kamera. „Nur weil ich gegen Diskriminierung ankämpfe, wird die Gesellschaft nicht demokratischer“, sagt er. Anschließend zoomt die Kamera raus, es wird eine zweite Person eingeblendet. Auch sie sagt diesen Satz, der mit dem von Cevahir parallel abgespielt wird. In der nächsten Einstellung sind vier Menschen zu sehen, in der danach bereits 16. Die Botschaft bleibt die gleiche. Abschließend fliegt eine Drohne nach oben, zu sehen ist die Innenstadt von Hückelhoven mit den markanten Bauten des Gymnasiums und des Rathauses, in deren unmittelbarer Nähe sich auch die Trainingshalle des Sportvereins befindet. Die Botschaft ist klar, wird im Video aber auch noch einmal verschriftlicht. „Wenn jeder so denkt, bleibt es auch so. Gemeinsam können wir etwas verändern“, heißt es dort.
Die Menschen, die in dem Video zu sehen sind, stammen aus dem Umfeld des Hückelhovener Sportvereins. Ziel der Kampagne ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen und zu animieren, es den Hückelhovenern nachzumachen. „Unser Wunsch ist es, dass sich immer mehr Leute beteiligen“, bestätigt Cevahir. Entweder mit einem kurzen Video, das sie As-Ka-Do zur Verfügung stellen, oder direkt mit einem eigenen Video, das dem des Hückelhovener Vereins nachempfunden ist. „Es wäre großartig, wenn wir sportartenübergreifend viele Menschen erreichen“, sagt Cevahir. Auch generationsübergreifend sollen die Menschen mitmachen, um eine möglichst große Vielfalt abzubilden. Auch außerhalb des Sports können sich Menschen selbstverständlich beteiligen.
Ende Mai endet die Kampagne, bis dahin wird der Verein die Videos sammeln und am Ende zu einem großen Abschlussvideo zusammenstellen. Wer sich beteiligt, wird auch verlinkt, versprechen die Organisatoren. Die Einsendungen erreichen den Verein am besten über den Instagram-Account „askado_hueckelhoven“ oder per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. „Wenn wir am Ende 100 Menschen haben, die diese Message weitertragen, wäre das ein toller Erfolg“, sagt der stellvertretende Vorsitzende.
In diesen Tagen finden die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Rund um den 21. März, den Internationalen Tag gegen Rassismus, finden auf der ganzen Welt Veranstaltungen und Vorträge zur Solidarität mit Opfern von Rassismus statt. Die Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung gehört für den Hückelhovener Sportverein zum Tagesgeschäft. Der Verein hat sich mit zahlreichen Projekten in den Bereichen Integration und Bildung als anerkannter Integrationsstützpunktverein seit Jahren für das gesellschaftliche Zusammenleben in der Region eingesetzt – und ist dafür auch bereits mehrfach ausgezeichnet worden.
Zuletzt war dies im vergangenen Jahr der Fall. Bei der bundesweiten Anti-Rassismus-Kampagne „(M)ein Verein gegen Rassismus“ der Deutschen Sportjugend, an der sich über 70 Vereine aus ganz Deutschland beteiligt hatten, wurden die Hückelhovener mit dem dritten Platz geehrt. Daraufhin sei die Idee entstanden, das Preisgeld in eine weitere Kampagne zu stecken, um für das Thema weiter zu sensibilisieren.
(mwi vest)