Wochen gegen Rassismus: Sorge um Zusammenhalt im Land
Artikel von Monika Ganster/ Faz
Freitagsgebet gegen Rassismus: Die Gläubigen im Gebetsraum der Abu-Bakr-Moschee in Frankfurt © Maximilian von Lachner [F.A.Z.-Rech
Gegen Rassismus und Antisemitismus: Jürgen Micksch richtet sein Wort an die Mitglieder der Gemeinde © Maximilian von Lachner [F.A.Z.-Rech
Anlass für den Besuch haben die Internationalen Wochen gegen Rassismus gegeben, die Micksch vor 30 Jahren von Frankfurt aus mit anderen ins Leben gerufen hat und die sich mittlerweile zu bundesweiten Aktionswochen mit mehr als 5000 Veranstaltungen entwickelt haben. Auf den Internetseiten der koordinierenden Stiftung gegen Rassismus findet sich ein beeindruckender Kalender mit allen Angeboten.
Am Freitag wurde nicht nur in der Abu-Bakr-Moschee, sondern in 1800 muslimischen Gotteshäusern über Rassismus gesprochen. Auch über Ausgrenzung und Wiederannäherung. Abdassamad El Yazidi, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, blickt in einem Vorgespräch auf den jüngsten Wahlkampf zurück, der zuletzt von einer Anti-Migrations-Rhetorik geprägt gewesen sei und andere Probleme außen vor gelassen habe.
Sorge vor Rechtsradikalen und Antisemitismus
Dass sich rechtsradikale Sprache und Ideen immer mehr verbreiteten, sehe er mit großer Sorge. Obwohl es an diesem Tag besonders um antimuslimischen Rassismus ging, hob er hervor, dass Muslime in Deutschland auch nicht zu Antisemitismus schweigen dürften. Zur Integration gehöre, die historische Verantwortung des Landes mitzutragen.
Auch Hüseyin Kurt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Türkischen Moscheevereine in Frankfurt, ist besorgt um die Stimmung im Land. Er blickt schon auf die nächste Wahl und appelliert an die Mehrheitsgesellschaft, keiner rechtsradikalen Partei eine Mitregierung zu ermöglichen, „weil wir davon alle negativ betroffen wären“.
Für den Abend wurde Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) in Frankfurt erwartet, sie war zum Fastenbrechen, dem Iftar-Mahl, in der Moschee des Verbands der Islamischen Kulturzentren im Gallus eingeladen. Am Sonntag findet um 10 Uhr die zentrale religiöse öffentliche Feier der Veranstaltungsreihe im Dom mit Vertretern von neun Religionen statt.