30 Jahre nach dem Massaker in Sivas: Opfer und Hinterbliebene fordern endlich Gerechtigkeit und Aufklärung!

 

PRESSEMITTEILUNG

zur Kundgebung am 2. Juli 2023 – 13.00 Uhr, Hermannplatz, Berlin

 

30 Jahre nach dem Massaker in Sivas:

  

 

30 Jahre nach dem Massaker in Sivas: Opfer und Hinterbliebene fordern endlich Gerechtigkeit und Aufklärung!

 

Berlin, 2. Juli 2023 - Heute jährt sich das grausame Massaker im anatolischen Sivas zum 30. Mal.

Doch trotz der vergangenen Jahrzehnte ist das Verbrechen immer noch unaufgearbeitet.

Das Massaker, bei dem Besucher eines Kulturfestivals im Hotel Madımak in Brand gesetzt wurden,

hat sich tief in die Geschichte Deutschlands eingebrannt. Die Tatsache, dass die Täter unbehelligt in

Deutschland leben und straflos davonkommen, macht diesen Fall zu einem traurigen Kapitel in

unserer Nation. Dieses Schweigen darf nicht länger toleriert werden.

 

Es ist von großer Bedeutung, dass wir nicht vergessen, dass vor 30 Jahren auch der Brandanschlag

in Solingen stattfand. Dieser entsetzliche Akt der Menschenverachtung hatte die gleiche motivierende

Ideologie. Wir müssen uns der gemeinsamen Wurzeln dieser Verbrechen bewusst sein, um das

Ausmaß des Problems zu verstehen.

Am 2. Juli 1993 fielen 33 Menschen, darunter Dichter, Denker, Volkssänger und Künstler, dem Feuer

im Hotel Madımak (Sivas/Türkei) zum Opfer. Trotz des Alarms bei Polizei, Militär und Feuerwehr

griffen die Einsatzkräfte erst Stunden später ein, während die tödlichen Ereignisse live im

Staatsfernsehen übertragen wurden. Die Opfer hatten keine Chance, sich aus den Flammen zu retten,

da ein wütender Mob ihnen den Weg versperrte. Das jüngste Opfer war gerade einmal 12 Jahre alt.

Bis heute sind die Täter des Sivas-Massakers größtenteils unbestraft geblieben. Viele von ihnen sind

ins Ausland geflohen und halten sich hier in Deutschland unbehelligt auf.

Dieses Unrecht muss ein Ende haben!

Die deutschen Verfolgungs- und Justizbehörden haben es bisher versäumt, die rechtskräftig

verurteilten Verbrecher auszuliefern.

Es ist eine bittere Bilanz: Verfolgungs- und Vollstreckungsverjährung.

Das Pogrom in Sivas wurde seitens der türkischen Regierung nie verurteilt. Die Verjährung in einem

der Strafverfahren gegen Täter des Sivas-Pogroms wurde als ein gesegnetes Ereignis für das Volk

bezeichnet. Mit der kürzlichen Begnadigung eines der Haupttäter des Massakers hat die türkische

Regierung sich erneut gegen die Gerechtigkeit positioniert!

Doch wir sagen: Taten gegen die Menschlichkeit können niemals verjähren!

 

Die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden, egal wie viel Zeit vergangen ist. Wir fordern

eine Gedenk- und Erinnerungskultur, die nationalistische und religiös-fanatische Gewalttaten

aufarbeitet. Das Madımak-Hotel in Sivas muss offiziell als Mahnmal anerkannt werden, um das

Bewusstsein für diese Tragödie zu schärfen.

Die Alevitische Gemeinde Deutschland verurteilt die Taten gegen die Menschlichkeit auf das

Schärfste.

Wir ignorieren nicht - Wir schweigen nicht - Wir zeigen an!

Alevitische Gemeinde Deutschland K.d.ö.R.

Für weitere Informationen:

Stolberger Str. 317

50933 Köln

  1. +49 (0)221 94 98 56–0
  2. +49 (0)221 94 98 56–10

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