Iran droht den USA mit „starkem Gegenschlag“

AFP Alexander Schmalz   Berlinerr Zeitung

US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit „Bombardierungen“, falls es keine Einigung im Streit um das Atomprogramm gibt. Nun reagiert Teheran.

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, hat im Falle eines Angriffs der USA auf sein Land vor einer entschiedenen Reaktion gewarnt. „Sie drohen, Unheil anzurichten“, sagte Chamenei am Montag nach einer Drohung von US-Präsident Donald Trump. Würden die Drohungen der USA Realität, werde es „definitiv einen starken Gegenangriff“ geben.

Chamenei erwähnte Trump in seiner Rede nicht ausdrücklich, er schien jedoch auf Äußerungen des US-Präsidenten vom Wochenende zu reagieren. Trump hatte dem Iran am Samstag in einem Telefoninterview im Sender NBC News mit „Bombardierungen“ gedroht, falls es keine Einigung im Streit um das Atomprogramm Teherans gebe. „Wenn sie keine Einigung erzielen, wird es Bomben geben“, sagte Trump.

Irans Außenministerium bestellt Botschafter ein

Der Schweizer Botschafter in Teheran, dessen Land die Interessen Washingtons im Iran vertritt, wurde daraufhin am Montag vom Generaldirektor der Amerikaabteilung des iranischen Außenministeriums, Issa Kameli, einbestellt. Kameli übergab dem Schweizer Gesandten den offiziellen Protest des Irans. Darin heißt es Berichten zufolge, dass auf böswillige Handlungen oder Bedrohungen entschlossen und umgehend reagiert werde. Der Schweizer Gesandte versicherte, er werde die Botschaft Irans umgehend an die US-Regierung weiterleiten.

Die westlichen Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, den Bau von Atomwaffen anzustreben. Teheran bestreitet dies. 2015 hatte Teheran mit dem Westen ein Abkommen unterzeichnet, das die Lockerung von Sanktionen im Gegenzug für eine Einschränkung des iranischen Atomprogramms vorsah. Während der ersten Präsidentschaft Trumps zogen sich die USA 2018 einseitig aus dem Abkommen zurück. Bemühungen um eine Wiederbelebung des Atomabkommens scheiterten seitdem.

Seit seinem Wiedereinzug ins Weiße Haus hat sich Trump offen für einen Dialog mit Teheran gezeigt, einen Brief an Chamenei geschrieben und Verhandlungen über das iranische Atomprogramm vorgeschlagen. Zugleich drohte der US-Präsident damit, andernfalls militärisch zu intervenieren. Der Iran reagierte nach eigenen Angaben am vergangenen Donnerstag auf Trumps Brief. Teheran sei zu indirekten Verhandlungen mit Washington bereit.