AfD-Wähler: Männlich, wenig gebildet und häufig arbeitslos

                             Von: RND/ dpa

 

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Alice Weidel, Kanzlerkandidatin der AfD, bei einem Wahlkampftermin ihrer Partei in Heidenheim. IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Die AfD findet ihre Wähler laut einer Analyse der Universität Leipzig vor allem unter Menschen mit mittlerem Einkommen und Arbeitslosen. Nur relativ wenige Wähler der rechtspopulistischen Partei haben demnach ein hohes Bildungsniveau. Der Anteil der Männer unter jenen, die angaben, die AfD wählen zu wollen, ist höher als bei jeder anderen Partei: 70,6 Prozent. Überwiegend männlich sind mit jeweils rund 62 Prozent auch die Anhänger von FDP und Linkspartei.

Die Wissenschaftler um Oliver Decker und Elmar Brähler stellten bei der Auswertung der Ergebnisse einer repräsentativen Befragung, die vom 28. März bis zum 18. Juni 2024 lief, außerdem fest, dass die Grünen nur zu einem Drittel (33,6 Prozent) von Männern gewählt werden. Mehr als die Hälfte der Grünen-Wählerschaft (53,3 Prozent) hat ein hohes Bildungsniveau. 44 Prozent der Menschen, die angaben, die Grünen wählen zu wollen, verfügen über ein monatliches Haushaltseinkommen von mehr als 3.500 Euro.

Damit ist der Anteil der Besserverdienenden unter den Grünen-Wählern höher als bei den Anhängern aller anderen Parteien. Laut Untersuchung gehören bei CDU und CSU 37 Prozent der Wähler in diese Einkommensklasse, bei der FDP 36 und bei der SPD 33 Prozent ihrer Wähler.

Jeweils 2,5 Prozent der Wähler von CDU/CSU und SPD haben demnach ein solches rechtsextremes Weltbild. Für die Anhänger der anderen Parteien lagen die Werte jeweils noch deutlich niedriger, beziehungsweise im Falle der Grünen bei null.

Keine Orientierung an Konventionen

Der Wunsch nach Orientierung an Konventionen und der Wunsch, den Regeln und Normen des eigenen politischen Milieus Geltung zu verschaffen, ist bei den Anhängern von Union und AFD mit jeweils rund 30 Prozent laut Studie ähnlich stark ausgeprägt. Die Werte für die Anhänger der anderen Parteien sind hier deutlich niedriger.

Was die Anhänger von Union und AfD allerdings deutlich unterscheidet, ist der Wunsch nach einer starken Autorität, mit deren Macht man sich identifizieren kann. Während mehr als 27 Prozent der AfD-Anhänger eine solche Autorität herbeisehnen, sind es unter den Anhängern von CDU und CSU nur rund 14 Prozent.

RND/dpa