Villach in Österreich: Ermittler gehen von islamistischem Motiv bei Messerangriff aus

Von Der  Spiegel

Nach der tödlichen Messerattacke im österreichischen Villach haben Ermittler nun Hinweise auf ein mögliches Motiv des Verdächtigen. Demnach gibt es wohl einen islamistischen Hintergrund.

 

 

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                                                               Villach in Österreich: Ermittler gehen von islamistischem Motiv bei Messerangriff aus © Peter Lindner / APA / dpa

Österreichische Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei einem mutmaßlich von einem 23-jährigen Syrer verübten Messerangriff am Samstag in der Stadt Villach um einen islamistischen Anschlag handelt, berichtete die Nachrichtenagentur APA am Sonntag.

Auch Innenminister Gerhard Karner sprach am Sonntagmittag bei einer Pressekonferenz davon, dass es sich um einen »islamistischen Attentäter« gehandelt habe, der »wahllos« auf Menschen eingestochen habe. Es sei ein »islamistischer Anschlag mit IS-Bezug«. Der Täter habe sich »innerhalb kürzester Zeit« über das Internet radikalisiert

Dank an 42-jährigen Essenszusteller

Die Devise laute nun, so Kerner: »Einsperren und abschieben.« Zudem werde man ab sofort »anlasslose Massenüberprüfung in vielen Bereichen durchführen müssen«, so Kerner weiter. Der Grund: »Weil dieser Täter nicht auffällig war.«

Karner bedankte sich zudem bei den Einsatzkräften, die rund um das Attentat tätig gewesen seien. Auch den 42-jährigen Essenszusteller, der den Angreifer stoppte, hob Karner in der Pressekonferenz hervor. Auch Landeshauptmann Peter Kaiser dankte dem Mann. Dessen Einsatz zeige, »wie eng Böses, Terroristisches, Humanes, Menschliches, Gutes« beieinander liege. »Bitte stehen wir in so schwierigen Zeiten zusammen«, sagte Kaiser weiter. Es gebe »manchmal Schuldzuweisungen, die übers Ziel hinausschießen.

Villach, Kärnten, wir haben die Unschuld verloren. Und das wird auch so bleiben«, sagte Bürgermeister Günther Albel (SPÖ). Er fügte hinzu: »Menschen, die die Gesetze unseres Landes nicht einhalten, die haben hier nichts verloren.«

Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiss sagte, der 42-jährige Essenzusteller habe den Angreifer mit seinem Auto »gerammt.« Zwischen dem ersten Notruf und der Festnahme des Verdächtigen seien sieben Minuten vergangen, so Kohlweiss.

Bei der Tat am Samstagnachmittag, bei der ein 14-jähriger Jugendlicher getötet wurde, wurden insgesamt fünf Personen verletzt. Drei von ihnen seien weiterhin im Krankenhaus auf der Intensivstation hieß es.

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen syrischen Staatsbürger mit Aufenthaltsrecht in Österreich. Er habe ein Klappmesser mit einer zehn Zentimeter langen Klinge für den Angriff, teilte die Polizei mit