Mit Auto in Demo gerast: Das weiß man über Farhad N.

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             Der weiße Mini Cooper, mit dem der 24-jährige Afghane in München in die Demo gerast war, wird von Ermittlern untersucht. © Theo Klein/epd

 

Mit einem Kleinwagen, einem weißen Mini Cooper, war der mutmaßliche Attentäter von München in eine Demonstration der Gewerkschaft Verdi gerast. Er verletzte 28 Männer, Frauen und Kinder. Eines davon schwebt in Lebensgefahr. Was weiß man über den Afghanen?

Er ist 24 Jahre alt und als Asylbewerber nach Deutschland gekommen , wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) berichtet. Sein Asylantrag sei aber „wohl“ abgelehnt worden. Gleichzeitig sei festgestellt worden, „dass er eben im Moment nicht abgeschoben werden kann und er deshalb sich weiter in unserem Land aufhalten durfte“

Bislang haben wir die Erkenntnis, dass er mit Betäubungsmitteln und Ladendiebstählen aufgefallen ist, nach gegenwärtigem Ermittlungsstand aber bislang keinerlei Gewalttätigkeit erkennbar war“, sagte Herrmann am Donnerstagmittag weiter. All dies werde aber derzeit ständig weiter überprüft.

Nach Informationen des Magazins Spiegel wurde Farhad N. 2001 in der afghanischen Hauptstadt Kabul geboren. Nach Informationen der dpa war er Ende 2016 als unbegleiteter Minderjähriger nach Deutschland gekommen und von einer Jugendhilfe-Einrichtung in Obhut genommen worden. Zuvor soll er sich in Italien aufgehalten haben.

Wenige Wochen nach seiner Ankunft stellte der Jugendliche nach dpa-Informationen einen Asylantrag, der im September 2017 abgelehnt wurde, wogegen er klagte – allerdings ohne Erfolg. Seit Herbst 2020 war er ausreisepflichtig. Wer ausreisepflichtig ist, aber aus bestimmten Gründen nicht abgeschoben werden kann, erhält eine Duldung.

Farhad N. sei zuletzt in München gemeldet gewesen. In einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Solln wurde laut dpa eine Wohnung durchsucht, in dem der 24-Jährige gewohnt haben soll. Vor der Tat soll er islamistische Posts abgesetzt haben. Nach Informationen der dpa und des Spiegels hatte er entsprechende Inhalte im Internet geteilt.

Offiziell haben sich die Behörden noch nicht über das Motiv des 24-Jährigen geäußert. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach nach der Tat von einem mutmaßlichen Anschlag. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) geht davon aus, dass das Auto absichtlich in die Menschenmenge gesteuert wurde, um möglichst viele Menschen zu töten.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus im Münchner Stadtteil Solln durchsucht, in dem der 24 Jahre alte Afghane gewohnt haben soll.

Was genau Farhad N. zu dem mutmaßlichen Anschlag auf die Verdi-Demo in der Münchner Innenstadt getrieben hat, müssen jetzt die Ermittlungen klären. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich teilt mit, dass die bayerische Zentralstelle für Extremismus und Terrorismus der Generalstaatsanwaltschaft den Fall übernommen hat. ■